Österreich besitzt trotz seiner vergleichsweise kleinen Landesfläche eine vielfältige Vogelwelt. Von Amseln und Spatzen in Städten und Dörfern über Spechte und Eulen in den Wäldern bis zu Steinadlern und Bartgeiern in den Alpen unterscheiden sich die Arten je nach Landschaft und Höhenlage erheblich.
Die österreichische Artenliste umfasst mehrere hundert nachgewiesene Vogelarten. Dazu gehören neben regelmäßigen Brutvögeln auch Durchzügler, Wintergäste, seltene Gäste und Arten, die nur ausnahmsweise beobachtet werden. Der österreichische Brutvogelatlas dokumentiert 235 Vogelarten, die im Zeitraum 2013 bis 2018 in Österreich gebrütet haben.
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Für Urlauber sind allerdings vor allem die Arten interessant, die tatsächlich häufig zu sehen sind. Amsel, Buchfink, Kohlmeise, Haussperling und Rabenkrähe begegnen Besuchern vielerorts. An Seen und Flüssen kommen Stockenten, Schwäne und andere Wasservögel hinzu. Wer in den Alpen unterwegs ist, kann dagegen mit etwas Glück Steinadler, Alpendohlen, Alpenschneehühner oder sogar Bartgeier beobachten.
In diesem Überblick stellen wir die häufigsten, bekanntesten und auffälligsten Vögel Österreichs vor. Außerdem beantworten wir Fragen nach dem größten, kleinsten und häufigsten Vogel des Landes und zeigen, welche Arten Urlauber in verschiedenen Regionen beobachten können.
Vögel in Österreich – das Wichtigste in Kürze
- Der aktuelle österreichische Brutvogelatlas behandelt 235 Arten, die zwischen 2013 und 2018 in Österreich gebrütet haben.
- Zu den fünf häufigsten Vogelarten mit Verbreitungsschwerpunkt im Wald gehören Buchfink, Amsel, Mönchsgrasmücke, Tannenmeise und Kohlmeise.
- Der Buchfink gehört mit geschätzten 1,4 bis 2,1 Millionen Brutpaaren zu den ausgesprochen häufigen Brutvögeln.
- Bei der Wintervogelzählung 2026 war die Kohlmeise der häufigste gemeldete Vogel im österreichischen Siedlungsraum.
- Steinadler und Bartgeier gehören zu den spektakulärsten Vögeln der österreichischen Alpen.
- Der Uhu ist die größte in Österreich vorkommende Eulenart.
- Der Wanderfalke gehört zu den schnellsten Tieren der Welt und kommt auch in Österreich vor.
- Seen, Flüsse und Feuchtgebiete sind wichtige Lebensräume für Enten, Schwäne, Reiher und zahlreiche weitere Wasservögel.
- Der Osten Österreichs ist besonders artenreich. Oberhalb der Baumgrenze nimmt die Zahl der Brutvogelarten dagegen stark ab.
Wie viele Vogelarten gibt es in Österreich?
Auf diese scheinbar einfache Frage gibt es unterschiedliche Antworten. Entscheidend ist, ob ausschließlich regelmäßig brütende Arten gezählt werden oder sämtliche Vogelarten, die jemals in Österreich nachgewiesen wurden.
Die offizielle österreichische Artenliste enthält deshalb nicht nur häufige heimische Brutvögel. Sie berücksichtigt auch Durchzügler, Wintergäste, ehemalige Brutvögel und seltene Ausnahmegäste.
Für Touristen ist die Zahl der Brutvogelarten häufig aussagekräftiger. Im Österreichischen Brutvogelatlas werden 235 Vogelarten behandelt, die während des Erfassungszeitraums von 2013 bis 2018 in Österreich gebrütet haben. Für die Kartierung sammelten mehr als 2.300 freiwillige Beobachter über sechs Jahre hinweg mehr als 2,1 Millionen Datensätze.
Die Arten sind keineswegs gleichmäßig über Österreich verteilt. Besonders artenreich ist der äußerste Osten des Landes. In einzelnen Gebieten wurden dort bis zu 129 brütende Vogelarten auf 100 Quadratkilometern festgestellt. Mit zunehmender Höhe sinkt die Artenzahl deutlich. Oberhalb der Baumgrenze bleiben nur noch wenige hoch spezialisierte Brutvögel wie Alpendohle oder Schneesperling.
Welche Vögel sind in Österreich besonders häufig?
Welche Art als „häufigster Vogel Österreichs“ bezeichnet werden kann, hängt von der Messmethode ab. Man kann beispielsweise die Zahl der Brutpaare, die Größe des gesamten Bestandes, die Verbreitung oder die Zahl der bei einer bestimmten Vogelzählung beobachteten Individuen vergleichen.
Deshalb wäre die pauschale Aussage, eine bestimmte Art sei unter allen Umständen „der häufigste Vogel Österreichs“, zu ungenau.
BirdLife Österreich nennt für die stark bewaldete Landschaft des Landes Buchfink, Amsel, Mönchsgrasmücke, Tannenmeise und Kohlmeise als die fünf häufigsten Vogelarten, deren Verbreitungsschwerpunkt im Wald liegt
Wie groß die Bestände einzelner Arten sein können, zeigt der Buchfink. Für Österreich wird sein Bestand im Brutvogelatlas auf ungefähr 1,4 bis 2,1 Millionen Brutpaare geschätzt.
Welcher Vogel ist im Winter am häufigsten?
Hier gibt es eine wesentlich konkretere Antwort. Bei der österreichweiten „Stunde der Wintervögel“ 2026 war die Kohlmeise der häufigste gezählte Vogel im winterlichen Siedlungsraum. Dahinter folgten Haussperling und Feldsperling.
Mehr als 33.000 Menschen beteiligten sich an der Zählung. An 25.256 Zählorten wurden insgesamt 733.671 Vögel gemeldet. Die Kohlmeise wurde an neun von zehn Zählorten beobachtet.
Diese Zahlen beziehen sich ausdrücklich auf Städte und Dörfer während der Winterzählung. Sie sollten nicht mit einer vollständigen Bestandszählung sämtlicher Vögel Österreichs verwechselt werden.
Bekannte Vögel Österreichs im Überblick
| Vogelart | Typischer Lebensraum | Beobachtung |
|---|---|---|
| Amsel | Gärten, Parks, Wälder | Sehr häufig zu sehen |
| Buchfink | Wälder, Parks, Gärten | Sehr häufig |
| Kohlmeise | Wälder, Parks, Gärten | Sehr häufig |
| Blaumeise | Laubwald, Parks, Gärten | Häufig |
| Haussperling | Städte und Dörfer | Häufig |
| Feldsperling | Kulturlandschaft, Dörfer, Gärten | Häufig |
| Rotkehlchen | Wälder, Gebüsche, Gärten | Häufig |
| Star | Kulturlandschaft, Siedlungen | Häufig, teilweise große Schwärme |
| Elster | Offene Landschaften und Siedlungen | Gut zu beobachten |
| Rabenkrähe | Sehr unterschiedliche Lebensräume | Häufig |
| Ringeltaube | Wälder, Parks, Siedlungen | Häufig |
| Buntspecht | Wälder, Parks, große Gärten | Regelmäßig zu beobachten |
| Stockente | Seen, Flüsse, Teiche | Sehr leicht zu beobachten |
| Höckerschwan | Seen und langsam fließende Gewässer | Regional sehr leicht zu beobachten |
| Graureiher | Gewässer, Feuchtgebiete, Wiesen | Regelmäßig zu sehen |
| Alpendohle | Alpen und Hochgebirge | In geeigneten Bergregionen häufig |
| Steinadler | Alpen | Mit etwas Glück zu sehen |
| Bartgeier | Hochgebirge | Selten und regional |
| Uhu | Felslandschaften, Steinbrüche, strukturreiche Landschaften | Wegen nächtlicher Lebensweise schwer zu sehen |
| Wanderfalke | Felslandschaften, teilweise Städte | Regional möglich |
Amsel
Die Amsel (Turdus merula) gehört zu den bekanntesten Vögeln Österreichs. Sie lebt sowohl in Wäldern als auch in Parks, Gärten und Siedlungen und ist dadurch für Urlauber leicht zu beobachten.
Männliche Amseln sind nahezu vollständig schwarz und besitzen einen auffälligen gelben bis orangefarbenen Schnabel. Weibchen sind überwiegend dunkelbraun gefärbt.
Besonders auffällig ist der Gesang der Männchen. Während der Brutzeit ist der melodische Amselgesang bereits früh am Morgen und häufig noch am Abend zu hören.
Amseln suchen einen großen Teil ihrer Nahrung am Boden. Dabei kann man sie beobachten, wie sie auf Rasenflächen, unter Sträuchern oder im Laub nach Regenwürmern und anderen kleinen Tieren suchen. Zusätzlich fressen sie Früchte und Beeren.
Wo kann man Amseln in Österreich sehen?
Amseln gehören nicht zu den Vögeln, für deren Beobachtung man ein Naturschutzgebiet besuchen muss. Parks, Hotelgärten, Friedhöfe und andere Grünflächen reichen häufig aus.
Auch in Städten sind sie verbreitet. Dadurch gehören Amseln zu den Arten, denen ausländische Besucher in Österreich sehr wahrscheinlich begegnen.
Buchfink
Der Buchfink (Fringilla coelebs) ist einer der häufigsten Brutvögel Österreichs. BirdLife gibt für den Zeitraum des aktuellen Brutvogelatlas einen Bestand von ungefähr 1,4 bis 2,1 Millionen Brutpaaren an.
Männliche Buchfinken sind relativ farbenprächtig. Brust und Wangen erscheinen rötlich bis weinrot, der Kopf ist teilweise blaugrau. Weibchen sind wesentlich unauffälliger und überwiegend graubraun.
Ein gutes Erkennungsmerkmal sind die zwei hellen Flügelbinden, die auch beim fliegenden Vogel auffallen können.
Buchfinken kommen in Wäldern ebenso vor wie in Parks und Gärten. Wer in Österreich wandert, wird ihren Gesang wesentlich häufiger hören, als ihm möglicherweise bewusst ist.
Kohlmeise
Die Kohlmeise (Parus major) gehört zu den bekanntesten Gartenvögeln Österreichs. Sie ist an ihrem schwarzen Kopf mit großen weißen Wangen, der gelben Unterseite und dem schwarzen Längsstreifen über Brust und Bauch relativ leicht zu erkennen.
Kohlmeisen nutzen Wälder, Parks, Gärten und Siedlungsbereiche. Als Höhlenbrüter nehmen sie auch geeignete Nistkästen an.
Wie häufig die Art in der Nähe des Menschen vorkommt, zeigte die Wintervogelzählung 2026. Die Kohlmeise wurde an etwa neun von zehn Zählorten registriert und erreichte österreichweit den ersten Platz der Wintervogelzählung im Siedlungsraum.
Ist die Kohlmeise der häufigste Vogel Österreichs?
Das lässt sich nicht ohne Einschränkung sagen. Bei der österreichischen Wintervogelzählung 2026 war die Kohlmeise der häufigste gemeldete Vogel im Siedlungsraum. Das ist jedoch etwas anderes als die Aussage, sie sei nach jeder Bestandsmethode der häufigste Vogel des gesamten Landes.
Bei Angaben über den „häufigsten Vogel Österreichs“ sollte deshalb immer erklärt werden, was genau gezählt wurde.
Blaumeise
Die Blaumeise (Cyanistes caeruleus) ist kleiner als die Kohlmeise und ebenfalls häufig in der Nähe menschlicher Siedlungen zu beobachten.
Besonders charakteristisch sind die blaue Kopfplatte, die weißen Wangen und die gelbe Unterseite. Sie gehört damit zu den heimischen Kleinvögeln, die auch Anfänger vergleichsweise schnell bestimmen können.
Blaumeisen leben vor allem in Laub- und Mischwäldern, kommen aber ebenso in Parks und Gärten vor. Im Winter besuchen sie regelmäßig Futterstellen.
Haussperling
Der Haussperling (Passer domesticus), meist einfach Spatz genannt, ist eng mit menschlichen Siedlungen verbunden. Man findet ihn in Städten ebenso wie in Dörfern und landwirtschaftlich geprägten Gebieten.
Männchen besitzen unter anderem eine graue Kopfplatte und einen dunklen Kehlfleck. Weibchen sind unauffälliger braun und graubraun gefärbt.
Bei der österreichischen Wintervogelzählung 2026 belegte der Haussperling hinter der Kohlmeise den zweiten Platz.
Regional kann die Reihenfolge allerdings anders aussehen. Im Burgenland war beispielsweise bei derselben Zählung der Haussperling die zahlenmäßig häufigste Art.
Feldsperling
Der Feldsperling (Passer montanus) sieht dem Haussperling ähnlich, lässt sich aber mit etwas Übung gut unterscheiden. Typisch sind die kastanienbraune Kopfplatte und ein schwarzer Fleck auf der weißen Wange.
Feldsperlinge sind stärker an ländliche Gebiete, offene Kulturlandschaften, Gehölze und Dorfränder gebunden.
Bei der Wintervogelzählung 2026 belegte der Feldsperling österreichweit Platz drei hinter Kohlmeise und Haussperling. In Kärnten lag er dagegen sogar auf Platz eins.
Rotkehlchen
Das Rotkehlchen (Erithacus rubecula) gehört zu den bekanntesten europäischen Singvögeln. Die orange bis rötlich gefärbte Brust und Gesichtsregion macht erwachsene Tiere leicht erkennbar.
Rotkehlchen leben in Wäldern, Parks, Gärten und anderen Bereichen mit ausreichender Vegetation. Häufig halten sie sich relativ bodennah auf.
Menschen gegenüber können einzelne Rotkehlchen erstaunlich wenig scheu wirken. Besonders bei Gartenarbeiten oder auf wenig frequentierten Waldwegen kommen sie manchmal vergleichsweise nahe heran, wenn aufgewirbelte oder freigelegte Kleintiere Nahrung versprechen.
Star
Der Star (Sturnus vulgaris) wirkt aus größerer Entfernung oft einfach schwarz. Bei genauer Betrachtung ist sein Gefieder jedoch metallisch glänzend und kann grüne und violette Farbtöne zeigen.
Stare leben in Kulturlandschaften, Siedlungen, Parks und anderen offenen oder halboffenen Gebieten. Außerhalb der Brutzeit können sie große Schwärme bilden.
Besonders eindrucksvoll sind große Starenschwärme, die sich nahezu gleichzeitig durch die Luft bewegen. Solche Schwarmformationen dienen unter anderem dem Schutz vor Greifvögeln.
Rabenkrähe
Die Rabenkrähe (Corvus corone) ist ein großer, vollständig schwarzer Rabenvogel und in vielen Regionen Österreichs leicht zu beobachten.
Rabenkrähen sind ausgesprochen anpassungsfähig. Sie nutzen landwirtschaftliche Flächen, Parks, Siedlungen und zahlreiche andere Landschaften.
Wie andere Rabenvögel sind sie intelligent und verfügen über ein vielseitiges Nahrungsspektrum. Sie fressen sowohl tierische als auch pflanzliche Nahrung und nutzen auch vom Menschen geschaffene Nahrungsquellen.
Rabe oder Krähe – was sieht man in Österreich?
Die Bezeichnung „Rabe“ wird umgangssprachlich häufig für unterschiedliche schwarze Rabenvögel verwendet. Tatsächlich leben in Österreich mehrere Arten aus dieser Familie.
Die Rabenkrähe ist deutlich kleiner als der Kolkrabe. Dieser ist der größte europäische Rabenvogel und besitzt einen besonders kräftigen Schnabel. Auch seine Stimme unterscheidet sich deutlich von den typischen Rufen einer Rabenkrähe.
Elster
Die Elster (Pica pica) gehört ebenfalls zu den Rabenvögeln. Mit ihrem schwarz-weißen Gefieder und dem auffallend langen Schwanz ist sie kaum mit einer anderen häufigen österreichischen Vogelart zu verwechseln.
Elstern kommen in offenen und halboffenen Landschaften sowie in vielen Siedlungsgebieten vor. Parks, große Gärten und Grünflächen bieten ihnen geeignete Lebensräume.
Wie andere Rabenvögel sind Elstern sehr lernfähig und können sich gut an vom Menschen geprägte Landschaften anpassen.
Ringeltaube
Die Ringeltaube (Columba palumbus) ist deutlich größer als die typische Stadttaube. Erwachsene Tiere lassen sich unter anderem an den weißen Flecken an den Halsseiten erkennen.
Ursprünglich stärker an Wälder gebunden, ist die Ringeltaube heute auch in vielen Parks, Gärten und Städten zu beobachten.
Für Touristen ist sie deshalb eine der größeren Vogelarten, die selbst mitten in besiedelten Gebieten regelmäßig zu sehen sind.
Buntspecht
Der Buntspecht (Dendrocopos major) ist einer der bekanntesten Spechte Österreichs. Sein schwarz-weißes Gefieder mit roten Bereichen macht ihn relativ auffällig.
Buntspechte leben in Wäldern, Parks und größeren Gärten mit ausreichendem Baumbestand. Oft wird ein Specht zunächst gehört und erst anschließend entdeckt.
Das bekannte Trommeln dient nicht einfach der Nahrungssuche. Spechte trommeln unter anderem, um ihr Revier zu markieren und Partner anzulocken.
Grünspecht
Der Grünspecht (Picus viridis) unterscheidet sich deutlich vom Buntspecht. Sein Gefieder ist überwiegend grünlich, am Kopf befindet sich eine auffällige rote Partie.
Eine Besonderheit ist seine Nahrungssuche. Grünspechte halten sich häufig am Boden auf und ernähren sich zu einem erheblichen Teil von Ameisen.
Deshalb kann man einen Grünspecht beispielsweise auf einer Wiese entdecken – ein Ort, an dem viele Besucher zunächst keinen Specht erwarten würden.
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Vögel an Seen und Flüssen in Österreich
Österreich besitzt zwar keine Meeresküste, dafür aber zahlreiche Seen, Flüsse und Feuchtgebiete. Diese Lebensräume sind für die Vogelwelt besonders wichtig.
Zu den für Urlauber leicht erkennbaren Wasservögeln gehören Stockente und Höckerschwan. Daneben können je nach Gewässer beispielsweise Blässhühner, Haubentaucher, Graureiher, Kormorane und verschiedene weitere Entenarten beobachtet werden.
Besonders vielfältig ist die Vogelwelt in großen Feuchtgebieten. Im Osten Österreichs kommen durch die pannonisch geprägte Landschaft und große Feuchtgebiete Arten hinzu, die Urlauber in den westlichen Hochalpen kaum beobachten werden.
Stockente
Die Stockente (Anas platyrhynchos) gehört zu den bekanntesten Wasservögeln Österreichs. Sie lebt an Seen, Flüssen, Teichen und anderen Gewässern und kommt auch mitten in Städten vor.
Das Männchen ist während des Prachtkleides besonders leicht an seinem glänzend grünen Kopf zu erkennen. Weibchen sind überwiegend braun gemustert und dadurch wesentlich besser getarnt.
Stockenten haben sich vielerorts an Menschen gewöhnt. Trotzdem sollten Besucher Wasservögel nicht mit Brot füttern.
Höckerschwan
Der Höckerschwan (Cygnus olor) gehört zu den größten und auffälligsten Wasservögeln, denen Urlauber in Österreich begegnen können.
Er ist an verschiedenen größeren Seen und langsam fließenden Gewässern anzutreffen. Erwachsene Tiere besitzen weißes Gefieder und einen orangefarbenen Schnabel mit schwarzem Höcker.
Sind Schwäne gefährlich?
Schwäne sind keine Tiere, vor denen Badegäste grundsätzlich Angst haben müssen. Während der Brutzeit und insbesondere in der Nähe von Jungvögeln können sie jedoch ihr Revier verteidigen.
Wer einen drohenden Schwan bemerkt, sollte Abstand halten und sich nicht weiter dem Nest oder den Jungtieren nähern. Anfassen oder Füttern ist nicht notwendig.
Graureiher
Der Graureiher (Ardea cinerea) gehört zu den auffälligsten Vögeln an österreichischen Gewässern. Mit langen Beinen und langem Hals steht er häufig bewegungslos im flachen Wasser oder am Ufer und wartet auf Beute.
Seine Nahrung besteht nicht ausschließlich aus Fischen. Graureiher erbeuten auch Amphibien, kleine Säugetiere und andere Tiere.
Beim Flug zieht der Graureiher seinen Hals typischerweise zurück. Dadurch lässt er sich von einem Storch unterscheiden, der mit ausgestrecktem Hals fliegt.
Vögel der österreichischen Alpen
Mit zunehmender Höhe verändert sich die Vogelwelt erheblich. Über der Baumgrenze sind die Bedingungen für Vögel schwierig: lange Winter, Schnee, Wind und ein zeitweise geringes Nahrungsangebot.
Der österreichische Brutvogelatlas weist darauf hin, dass oberhalb der Baumgrenze nur noch wenige spezialisierte Arten brüten. Zu diesen gehören beispielsweise Alpendohle und Schneesperling.
Andere besonders bekannte Vögel der österreichischen Berge sind Steinadler, Bartgeier, Alpenschneehuhn, Birkhuhn und Auerhuhn.
Mehr über die gesamte Tierwelt des Gebirges gibt es in unserem Artikel Tiere in den Alpen: Welche Tiere leben in Österreichs Bergen?.
Alpendohle
Die Alpendohle (Pyrrhocorax graculus) gehört zu den Vögeln, die Bergurlauber tatsächlich häufig beobachten können. Sie ist schwarz gefärbt und besitzt einen auffälligen gelben Schnabel.
Alpendohlen sind hervorragende Flieger und nutzen Luftströmungen an Berghängen und Felswänden. Auch in großen Höhen kommen sie mit den schwierigen Bedingungen des Gebirges zurecht.
An Bergstationen, Aussichtspunkten und Berghütten können die Tiere erstaunlich zutraulich wirken. Trotzdem sollten sie nicht gefüttert werden.
Alpenschneehuhn
Das Alpenschneehuhn (Lagopus muta) ist hervorragend an das Hochgebirge angepasst. Besonders bemerkenswert ist der jahreszeitliche Wechsel seines Gefieders.
Im Winter ist das Gefieder weitgehend weiß und bietet im Schnee eine ausgezeichnete Tarnung. In der schneefreien Jahreszeit wird es stärker braun und grau gemustert.
Dadurch können Alpenschneehühner erstaunlich schwer zu entdecken sein, selbst wenn sie sich nicht weit von einem Wanderweg entfernt aufhalten.
Steinadler
Der Steinadler (Aquila chrysaetos) gehört zu den bekanntesten Greifvögeln der österreichischen Alpen. Er besitzt breite Flügel und kann mit einer Spannweite von deutlich mehr als zwei Metern eine beeindruckende Erscheinung sein.
Steinadler nutzen große Reviere und suchen weite Gebiete nach Nahrung ab. Zu ihrer Beute gehören verschiedene Säugetiere und Vögel.
Für Menschen stellen Steinadler keine normale Gefahr dar. Wanderer sollten allerdings Abstand zu Brutplätzen halten und die Tiere nicht absichtlich stören.
Bartgeier
Der Bartgeier (Gypaetus barbatus) gehört zu den größten flugfähigen Vögeln, die in Österreich beobachtet werden können. Er ist vor allem wegen seiner enormen Flügelspannweite auffällig.
Die Art war im Alpenraum ausgerottet und wurde im Rahmen eines internationalen Projekts wiederangesiedelt. Heute leben und brüten Bartgeier wieder in Teilen der Alpen.
Eine Besonderheit ist ihre Ernährung. Bartgeier ernähren sich zu einem großen Teil von Knochen und anderen Resten toter Tiere. Größere Knochen können sie aus der Luft auf Felsen fallen lassen, um sie zu zerbrechen.
Für Menschen sind Bartgeier keine Gefahr.
Greifvögel in Österreich
Österreich besitzt mehrere bekannte Greifvogelarten. Neben dem Steinadler kommen beispielsweise Seeadler, Mäusebussard, Wespenbussard, Rotmilan, Schwarzmilan, Habicht, Sperber, Turmfalke und Wanderfalke vor.
Nicht alle leben in denselben Regionen. Während der Steinadler stark mit dem Alpenraum verbunden ist, ist der Seeadler besonders für große Gewässer- und Auenlandschaften im Osten Österreichs interessant.
Der Mäusebussard gehört dagegen zu den Greifvögeln, die Besucher vielerorts beobachten können. Häufig sieht man ihn auf Pfosten am Straßenrand oder kreisend über offenen Landschaften.
Die Greifvögel sind umfangreich genug für einen eigenen Artikel über Greifvögel in Österreich, in dem die Arten und ihre Erkennungsmerkmale ausführlicher vorgestellt werden können.
Uhu – die größte Eule Österreichs
Der Uhu (Bubo bubo) ist die größte europäische Eulenart und kommt auch in Österreich vor. Weibchen sind größer als Männchen und können eine Flügelspannweite von deutlich über anderthalb Metern erreichen.
Charakteristisch sind die auffälligen Federohren und die großen orangefarbenen Augen.
Dass Urlauber einen Uhu sehen, ist trotzdem eher unwahrscheinlich. Die Tiere sind vorwiegend in der Dämmerung und nachts aktiv und tagsüber meist gut verborgen.
Deutlich häufiger wird ein Uhu durch seinen tiefen Ruf bemerkt.
Wanderfalke – einer der schnellsten Vögel
Der Wanderfalke (Falco peregrinus) ist international für seine außergewöhnliche Geschwindigkeit bekannt. Beim Jagdflug aus großer Höhe kann er im Sturzflug Geschwindigkeiten von mehr als 300 km/h erreichen.
Damit gehört der Wanderfalke zu den schnellsten Tieren überhaupt.
Auch in Österreich kommt die Art vor. Wanderfalken brüten vor allem an geeigneten Felswänden, nutzen teilweise aber auch hohe Bauwerke als Ersatz für natürliche Felsen.
Ihre Beute besteht überwiegend aus Vögeln, die häufig im Flug geschlagen werden.
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Rekorde der Vogelwelt Österreichs
Fragen nach dem größten, kleinsten, schnellsten oder häufigsten Vogel Österreichs klingen zunächst einfach. Bei einigen Rekorden muss jedoch genauer unterschieden werden. „Größter Vogel“ kann sich beispielsweise auf Körpergewicht, Körperlänge oder Flügelspannweite beziehen. Auch beim häufigsten Vogel hängt die Antwort davon ab, ob Brutbestände, Winterzählungen oder die Verbreitung betrachtet werden.
Die folgenden Angaben beziehen sich deshalb jeweils auf ein klar genanntes Merkmal und nicht auf einen pauschalen Vergleich.
Vogelrekorde in Österreich – kurz beantwortet
- Kleinster Vogel: Wintergoldhähnchen – nur etwa 9 bis 10 cm lang und ungefähr 5 bis 7 g schwer.
- Größte Eule: Uhu.
- Größter Adler: Seeadler, mit bis zu etwa 2,40 m Flügelspannweite.
- Vogel mit besonders großer Flügelspannweite: Bartgeier – bei großen Exemplaren bis ungefähr 2,9 m.
- Schnellster Vogel: Wanderfalke – im Sturzflug sind Geschwindigkeiten von mehr als 300 km/h möglich.
- Häufigster Wintervogel im Siedlungsraum 2026: Kohlmeise.
- Einer der häufigsten Brutvögel: Buchfink, mit einem Bestand von weit über einer Million Brutpaaren.
Was ist der größte Vogel Österreichs?
Hier kommt es darauf an, wie „Größe“ definiert wird. Nach der Flügelspannweite gehören die in Österreich vorkommenden Geier zu den Spitzenreitern. Besonders der Bartgeier kann mit einer Spannweite von bis zu ungefähr 2,9 Metern enorme Dimensionen erreichen.
Allerdings ist der Bartgeier kein Vogel, der flächendeckend in Österreich vorkommt. Sein österreichischer Verbreitungsschwerpunkt liegt im Alpenraum.
Auch der Seeadler gehört zu den größten heimischen Vögeln. BirdLife Österreich nennt für die Art eine Körperlänge von 76 bis 92 Zentimetern, ein Gewicht von bis zu etwa sieben Kilogramm und eine Flügelspannweite von bis zu 2,40 Metern.
Eine einzige Art pauschal als „größten Vogel Österreichs“ zu bezeichnen, ist deshalb weniger sinnvoll als zwischen Flügelspannweite, Gewicht und Körperlänge zu unterscheiden.
Was ist der größte Adler Österreichs?
Der Seeadler (Haliaeetus albicilla) ist größer als der Steinadler und gilt als größte in Österreich regelmäßig vorkommende Adlerart.
Besonders auffällig sind seine breiten Flügel. Erwachsene Tiere besitzen außerdem einen relativ kurzen weißen Schwanz. Im Flug wirkt der Seeadler ausgesprochen mächtig.
Anders als der stark mit den Alpen verbundene Steinadler findet man den Seeadler vor allem in gewässerreichen Landschaften im Osten Österreichs. BirdLife führt ihn als regelmäßigen Brutvogel und nennt für den Brutvogelatlas 2013–2018 einen Bestand von 16 bis 33 Brutpaaren.
Was ist der kleinste Vogel Österreichs?
Das Wintergoldhähnchen (Regulus regulus) ist der kleinste heimische Vogel. Ein erwachsenes Tier ist lediglich ungefähr 9 bis 10 Zentimeter lang und wiegt etwa 5 bis 7 Gramm. Seine Flügelspannweite beträgt ungefähr 13 bis 15 Zentimeter.
Trotz seiner geringen Größe ist das Wintergoldhähnchen keineswegs eine extreme Seltenheit. BirdLife gibt für Österreich einen Bestand von ungefähr 250.000 bis 400.000 Brutpaaren an.
Die Art lebt bevorzugt in Nadelwäldern und zeigt eine besondere Vorliebe für Fichten. Das Wintergoldhähnchen ist ständig in Bewegung und sucht zwischen den Zweigen nach Insekten und Spinnen. Wegen seiner geringen Körpergröße und seines Aufenthalts im Geäst wird es leicht übersehen.
Was ist die größte Eule Österreichs?
Der Uhu ist die größte Eulenart Österreichs und zugleich die größte Eule Europas. Weibliche Uhus sind größer und schwerer als männliche Tiere.
Trotz ihrer Größe bekommt man Uhus wesentlich seltener zu Gesicht als viele kleine Singvögel. Sie sind überwiegend in der Dämmerung und nachts aktiv und verbringen den Tag häufig an geschützten Ruheplätzen.
Was ist der schnellste Vogel Österreichs?
Der Wanderfalke erreicht im Jagdflug außergewöhnliche Geschwindigkeiten. Bei seinen Sturzflügen kann er mehr als 300 km/h erreichen und gehört damit zu den schnellsten Tieren der Erde.
Diese Geschwindigkeit erreicht er nicht im normalen Horizontalflug. Die extremen Werte entstehen bei steilen Sturzflügen, mit denen Wanderfalken fliegende Beute angreifen.
Was ist der häufigste Vogel Österreichs?
Eine wissenschaftlich saubere Antwort benötigt eine Einschränkung. Je nachdem, ob Brutpaare, einzelne Individuen, Verbreitung oder eine bestimmte Jahreszeit untersucht werden, kann das Ergebnis unterschiedlich ausfallen.
Der Buchfink gehört mit geschätzten 1,4 bis 2,1 Millionen Brutpaaren zu den besonders häufigen österreichischen Brutvögeln.
Bei der „Stunde der Wintervögel“ 2026 war dagegen die Kohlmeise die am häufigsten gemeldete Art im österreichischen Siedlungsraum.
Deshalb sollte man nicht ohne weitere Erklärung behaupten, dass eine bestimmte Art unter allen Umständen „der häufigste Vogel Österreichs“ sei.
Was ist der seltenste Vogel Österreichs?
Auch diese Frage lässt sich nicht sinnvoll mit einer einzigen Art beantworten. In Österreich werden regelmäßig außergewöhnlich seltene Gäste beobachtet, von denen teilweise nur einzelne Tiere auftreten.
Die österreichische Artenliste unterscheidet deshalb zwischen regelmäßigen Brutvögeln, Durchzüglern, seltenen Gästen und weiteren Kategorien. Seltene Beobachtungen werden von der Avifaunistischen Kommission Österreich geprüft.
Ein zufälliger Irrgast, der nur wenige Male in Österreich beobachtet wurde, ist zwar statistisch extrem selten, aber kein typischer Bestandteil der österreichischen Vogelwelt. Für Urlauber sind daher seltene heimische Brutvögel meist interessanter als einmalige Ausnahmegäste.
Seeadler in Österreich
Der Seeadler ist einer der eindrucksvollsten Greifvögel des Landes. Große Weibchen können etwa sieben Kilogramm wiegen und eine Flügelspannweite von bis zu 2,40 Metern erreichen.
Charakteristisch sind der kräftige Körper, die sehr breiten Flügel und bei erwachsenen Tieren der helle Kopf sowie der weiße Schwanz.
Seeadler sind eng an Landschaften mit größeren Gewässern gebunden. Fische und Wasservögel gehören zu ihrer Nahrung, daneben wird auch Aas aufgenommen.
Für Menschen stellen Seeadler keine Gefahr dar. Brutplätze sollten allerdings unbedingt in Ruhe gelassen werden. BirdLife weist darauf hin, dass Seeadler zu Beginn der Brutzeit empfindlich auf Störungen am Horst reagieren können.
Mäusebussard
Der Mäusebussard (Buteo buteo) gehört zu den Greifvögeln, die Besucher in Österreich relativ häufig beobachten können.
Typisch ist ein kreisender Greifvogel über Wiesen und Feldern. Mäusebussarde sitzen außerdem häufig auf Bäumen, Masten oder anderen erhöhten Positionen und suchen von dort nach Beute.
Die Färbung ist erstaunlich variabel. Manche Tiere sind sehr dunkel, andere ausgesprochen hell. Deshalb eignet sich die Gefiederfarbe allein nur eingeschränkt zur Bestimmung.
Wie der Name vermuten lässt, spielen kleine Säugetiere eine wichtige Rolle bei der Ernährung.
Turmfalke
Der Turmfalke (Falco tinnunculus) ist ebenfalls relativ leicht zu beobachten. Besonders auffällig ist sein sogenannter Rüttelflug. Dabei bleibt der Falke mit schnellen Flügelschlägen scheinbar an einer Stelle in der Luft stehen und sucht den Boden nach Beute ab.
Turmfalken leben nicht nur in offenen Landschaften. Sie haben sich auch an Städte angepasst und können hohe Gebäude als Brutplätze nutzen.
Damit gehört der Turmfalke zu den Greifvögeln, die Urlauber mit etwas Glück sogar während eines Stadtaufenthalts beobachten können.
Rotmilan
Der Rotmilan (Milvus milvus) lässt sich im Flug besonders gut an seinem deutlich gegabelten Schwanz erkennen.
Die langen Flügel und der gegabelte Schwanz verleihen dem Rotmilan ein auffälliges Flugbild. Häufig gleitet er längere Zeit über offene Landschaften und verändert dabei ständig die Stellung seines Schwanzes.
Rotmilane sind nicht überall in Österreich gleich häufig. Eine Beobachtung hängt deshalb stark von der Region ab.
Weißstorch
Der Weißstorch (Ciconia ciconia) gehört zu den bekanntesten großen Vögeln Mitteleuropas. Besonders auffällig sind das überwiegend weiße Gefieder, die schwarzen Schwungfedern sowie der lange rote Schnabel und die roten Beine erwachsener Tiere.
Weißstörche suchen ihre Nahrung auf Wiesen, Feuchtflächen und landwirtschaftlich genutzten Flächen. Dabei fressen sie nicht nur Frösche. Auch Insekten, Regenwürmer, kleine Säugetiere und andere Kleintiere gehören zum Nahrungsspektrum.
In Österreich ist der Weißstorch besonders mit den östlichen Landesteilen verbunden. Dort befinden sich zahlreiche geeignete Nahrungsflächen und bekannte Brutorte.
Vögel am Neusiedler See
Wer während eines Österreich-Urlaubs möglichst viele verschiedene Vogelarten beobachten möchte, findet im Gebiet des Neusiedler Sees und Seewinkels besonders gute Bedingungen.
Das Gebiet unterscheidet sich deutlich von den alpinen Landschaften Westösterreichs. Flache Gewässer, Schilfgürtel, Salzlacken, Feuchtwiesen und offene Landschaften bieten zahlreichen Wasser-, Wat- und Wiesenvögeln Lebensraum.
Wie außergewöhnlich die Artenvielfalt ist, zeigt die Dokumentation der Vogelwelt des Nationalparkgebietes: Dort sind insgesamt 371 Vogelarten nachgewiesen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass alle 371 Arten regelmäßig oder gleichzeitig zu beobachten sind. Darunter befinden sich auch seltene Gäste und Arten, die nur zu bestimmten Jahreszeiten auftreten.
Welche Vögel kann man am Neusiedler See sehen?
Je nach Jahreszeit können im Gebiet unter anderem verschiedene Enten, Gänse, Reiher, Greifvögel, Limikolen und Singvögel beobachtet werden.
Auch ausgesprochen seltene Arten tauchen gelegentlich auf. BirdLife berichtet regelmäßig über besondere Sichtungen aus dem Seewinkel und vom Neusiedler See. Solche Beobachtungen können sich allerdings kurzfristig ändern und sind für eine Reise nicht planbar.
Für normale Besucher ist deshalb weniger die Suche nach einer einzelnen Rarität interessant als die insgesamt hohe Vielfalt des Gebietes.
Vögel an Österreichs Seen
Auch außerhalb des Neusiedler Sees bieten die österreichischen Seen gute Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung. Besonders Wasservögel sind für Anfänger interessant, weil viele Arten relativ groß sind und sich auf offenen Wasserflächen gut beobachten lassen.
BirdLife erfasst bereits seit Jahrzehnten die überwinternden Wasservögel an österreichischen Seen und Flüssen. Bei diesen Zählungen werden unter anderem Taucher, Reiher, Kormorane, Enten, Gänse, Blässhühner, Möwen und verschiedene weitere Arten berücksichtigt.
Zu den auffälligen Arten an Gewässern gehören beispielsweise:
- Stockente,
- Höckerschwan,
- Blässhuhn,
- Haubentaucher,
- Graureiher,
- Kormoran,
- verschiedene Möwenarten,
- regional Eisvogel.
Eisvogel
Der Eisvogel (Alcedo atthis) gehört zu den farbenprächtigsten heimischen Vögeln. Seine leuchtend blau bis türkis wirkende Oberseite und die orangefarbene Unterseite machen ihn unverwechselbar.
Trotz der auffälligen Farben ist ein Eisvogel nicht immer leicht zu entdecken. Häufig fliegt er schnell und niedrig über die Wasseroberfläche und verschwindet innerhalb weniger Sekunden wieder aus dem Blickfeld.
Eisvögel ernähren sich hauptsächlich von kleinen Fischen und anderen Wassertieren. Zum Jagen sitzen sie häufig auf einem Ast über dem Wasser und stoßen anschließend ins Wasser hinab.
Vögel im österreichischen Wald
Fast die Hälfte Österreichs ist bewaldet. Entsprechend wichtig sind Wälder für die heimische Vogelwelt.
Neben Buchfink, Amsel und verschiedenen Meisen leben dort Spechte, Kleiber, Baumläufer, Eulen und zahlreiche weitere Arten.
BirdLife nennt Buchfink, Amsel, Mönchsgrasmücke, Tannenmeise und Kohlmeise als die fünf häufigsten Vogelarten mit Verbreitungsschwerpunkt im Wald.
Kleiber
Der Kleiber (Sitta europaea) fällt vor allem durch seine ungewöhnliche Fortbewegung an Baumstämmen auf. Er kann einen Stamm mit dem Kopf voran hinunterlaufen.
Kleiber leben bevorzugt in Wäldern mit älteren Bäumen, kommen aber auch in größeren Parks und Gärten vor.
Tannenmeise
Die Tannenmeise (Periparus ater) ähnelt auf den ersten Blick der Kohlmeise, ist aber kleiner und besitzt keine gelbe Unterseite.
Sie ist besonders mit Nadelwäldern verbunden und deshalb in den waldreichen und gebirgigen Regionen Österreichs weit verbreitet.
Mönchsgrasmücke
Die Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla) ist ein häufiger Singvogel in Wäldern, Parks und Gärten mit dichter Vegetation.
Das Männchen besitzt eine schwarze Kopfplatte, beim Weibchen ist diese braun gefärbt.
Oft wird die Mönchsgrasmücke eher gehört als gesehen. Ihr abwechslungsreicher Gesang gehört während des Frühjahrs und Sommers zu den typischen Vogelstimmen vieler österreichischer Wälder und Gärten.
Auerhuhn und Birkhuhn
Zu den besonders interessanten Vögeln der österreichischen Bergregionen gehören Auerhuhn und Birkhuhn.
Das Auerhuhn ist stärker an geeignete Waldlebensräume gebunden. Männliche Auerhühner sind erheblich größer als die Weibchen und gehören zu den größten Hühnervögeln Europas.
Das Birkhuhn nutzt stärker die Übergangsbereiche zwischen Wald und offenen alpinen Landschaften.
Beide Arten reagieren empfindlich auf Störungen. Das gilt insbesondere für Balzplätze und für den Winter, wenn unnötige Fluchten einen erheblichen Energieverbrauch verursachen können.
Wer eines dieser Tiere entdeckt, sollte deshalb Abstand halten und keinesfalls versuchen, sich für ein Foto anzuschleichen.
Welche Vögel sieht man in Österreich im Winter?
Auch im Winter gibt es in Österreich zahlreiche Vogelarten zu beobachten. Manche heimischen Arten bleiben das ganze Jahr über im Land. Zusätzlich kommen Vögel aus nördlicheren Regionen als Wintergäste nach Österreich.
Typische Beobachtungen in Siedlungen und Gärten sind beispielsweise Kohlmeisen, Blaumeisen, Haus- und Feldsperlinge, Amseln, Buchfinken und verschiedene Rabenvögel.
An Seen und Flüssen kann der Winter besonders interessant sein. Österreichweite Wasservogelzählungen dokumentieren seit Jahrzehnten die Bestände überwinternder Enten, Gänse, Taucher und anderer Wasservögel.
Wann ist die beste Zeit zur Vogelbeobachtung?
Für viele Singvögel sind Frühjahr und Frühsommer besonders interessant. Während der Brutzeit singen zahlreiche Männchen intensiv und lassen sich dadurch leichter entdecken und bestimmen.
BirdLife empfiehlt Einsteigern, bereits ab Ende März mit der Beobachtung und dem Erlernen der Vogelstimmen zu beginnen. Zu diesem Zeitpunkt sind bereits verschiedene Arten zu hören, während der Chor noch überschaubarer ist als im April und Mai.
Der Herbst ist dagegen interessant für den Vogelzug. Im Winter konzentrieren sich zahlreiche Wasservögel an geeigneten Seen und Flüssen.
Es gibt deshalb nicht die eine beste Jahreszeit. Welche Monate besonders geeignet sind, hängt davon ab, welche Vogelarten man beobachten möchte.
Wie beobachtet man Vögel am besten?
Für erste Beobachtungen braucht man keine umfangreiche Ausrüstung. Ein Park, ein Waldweg oder ein See können bereits ausreichen.
Ein Fernglas mit etwa acht- bis zehnfacher Vergrößerung ist für viele Situationen gut geeignet. BirdLife empfiehlt für den Alltagsgebrauch eine acht- bis zehnfache Vergrößerung und einen Objektivdurchmesser von ungefähr 30 bis 40 Millimetern.
Ebenso wichtig ist Geduld. Wer langsam geht, gelegentlich stehen bleibt und auf Vogelstimmen achtet, entdeckt meist deutlich mehr Tiere als beim schnellen Wandern.
Vögel beobachten, ohne sie zu stören
Eine gute Beobachtung sollte das Verhalten eines Vogels möglichst wenig beeinflussen.
- Abstand zu Nestern und Brutplätzen halten.
- Vögel nicht für Fotos verfolgen.
- Brütende Tiere nicht aufscheuchen.
- Jungvögel nicht unnötig anfassen.
- Absperrungen in Schutzgebieten beachten.
- Keine lauten Vogelstimmen über Lautsprecher abspielen, um Tiere anzulocken.
- Hunde in sensiblen Gebieten unter Kontrolle halten.
BirdLife rät ausdrücklich davon ab, Vogelstimmen in der Natur laut abzuspielen, da die Tiere dadurch gestört werden können.
Sind Vögel in Österreich gefährlich?
Für Urlauber geht von der österreichischen Vogelwelt normalerweise keine besondere Gefahr aus.
Auch große Greifvögel wie Steinadler, Seeadler und Bartgeier betrachten Menschen nicht als normale Beute.
Vorsicht und Abstand sind vor allem sinnvoll, wenn ein Vogel sein Nest oder seine Jungen verteidigt. Schwäne können beispielsweise während der Brutzeit gegenüber Menschen oder Hunden Drohverhalten zeigen, wenn diese zu nahe kommen.
Grundsätzlich gilt deshalb dieselbe Regel wie bei anderen Wildtieren: beobachten, Abstand halten und den Tieren eine Rückzugsmöglichkeit lassen.
Ausflüge und Naturerlebnisse in Österreich
Nationalparks, Seen und Alpenregionen lassen sich auf geführten Wanderungen und Tagesausflügen erkunden.
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Häufige Fragen zu Vögeln in Österreich
Wie viele Vogelarten gibt es in Österreich?
Die österreichische Artenliste umfasst sämtliche nachgewiesenen Arten und damit neben Brutvögeln auch Durchzügler und seltene Gäste. Der österreichische Brutvogelatlas behandelt 235 Arten, die während des Erfassungszeitraums 2013 bis 2018 in Österreich gebrütet haben.
Welcher Vogel ist in Österreich am häufigsten?
Das hängt von der verwendeten Zählmethode ab. Der Buchfink gehört mit geschätzten 1,4 bis 2,1 Millionen Brutpaaren zu den sehr häufigen Brutvögeln. Bei der Wintervogelzählung 2026 war die Kohlmeise die häufigste gemeldete Art im österreichischen Siedlungsraum.
Welcher ist der kleinste Vogel Österreichs?
Das Wintergoldhähnchen ist der kleinste heimische Vogel. Es wird ungefähr 9 bis 10 Zentimeter lang und wiegt lediglich etwa 5 bis 7 Gramm.
Welcher ist der größte Adler Österreichs?
Der Seeadler ist die größte regelmäßig in Österreich vorkommende Adlerart. Seine Flügelspannweite kann bis zu etwa 2,40 Meter erreichen.
Gibt es Steinadler in Österreich?
Ja. Steinadler brüten in den österreichischen Alpen. Besonders große alpine Schutzgebiete bieten wichtige Lebensräume.
Gibt es Seeadler in Österreich?
Ja. Der Seeadler ist wieder regelmäßiger Brutvogel in Österreich. Sein Verbreitungsschwerpunkt liegt vor allem im Osten des Landes.
Gibt es Geier in Österreich?
Ja. Der Bartgeier wurde im Alpenraum erfolgreich wiederangesiedelt und brütet wieder in Österreich. Daneben können weitere Geierarten auftreten.
Gibt es Flamingos in Österreich?
Flamingos gehören nicht zu den typischen österreichischen Brutvögeln. Einzelne Tiere können ausnahmsweise auftreten. Für eine normale Vogelbeobachtungsreise sollte man deshalb nicht mit Flamingos rechnen.
Wo kann man in Österreich besonders viele Vögel beobachten?
Besonders interessant sind große Feuchtgebiete wie der Neusiedler See und Seewinkel, aber auch Donauauen, andere Seen und Flüsse sowie die Nationalparks und Alpenregionen. Welche Region am besten geeignet ist, hängt stark von den gesuchten Arten ab.
Kann man in Österreich Vögel im Winter beobachten?
Ja. Viele Arten bleiben ganzjährig in Österreich, während andere als Wintergäste hinzukommen. Seen und Flüsse können im Winter besonders interessant für Wasservögel sein.
Welche Vögel sieht man in den Alpen?
Zu den charakteristischen Arten gehören unter anderem Alpendohle, Steinadler, Bartgeier und Alpenschneehuhn. Je nach Höhenlage kommen zahlreiche weitere Arten hinzu.
Mehr über Steinbock, Gämse, Murmeltier und andere alpine Tiere gibt es in unserem Artikel Tiere in den Alpen: Welche Tiere leben in Österreichs Bergen?.
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Fazit: Österreich bietet eine überraschend vielfältige Vogelwelt
Von kleinen Wintergoldhähnchen mit einem Gewicht von nur wenigen Gramm bis zu Seeadlern und Bartgeiern mit Flügelspannweiten von mehr als zwei Metern reicht die Vogelwelt Österreichs.
Für Urlauber sind nicht unbedingt die seltensten Arten am interessantesten. Amseln, Buchfinken, Meisen, Spatzen, Spechte und Wasservögel lassen sich vielerorts ohne besondere Vorbereitung beobachten. In den Alpen kommen charakteristische Bergvögel wie Alpendohle, Steinadler und Alpenschneehuhn hinzu.
Wer gezielt viele verschiedene Arten beobachten möchte, findet am Neusiedler See und im Seewinkel eines der interessantesten Gebiete Österreichs. In der Nationalparkregion wurden insgesamt 371 Vogelarten nachgewiesen.
Ein Fernglas und etwas Geduld reichen für den Einstieg meist aus. Besonders am frühen Morgen und während des Frühjahrs macht sich zusätzlich das Erkennen der Vogelstimmen bezahlt.