Gibt es in Österreich giftige Schlangen? Ja. In Österreich leben mehrere heimische Schlangenarten, darunter mit der Europäischen Hornotter und der Kreuzotter auch zwei heute vorkommende Giftschlangen. Daneben gibt es mehrere ungiftige Nattern. Für Urlauber besteht dennoch kein Grund, Wanderungen oder Ausflüge aus Angst vor Schlangen zu meiden. Begegnungen sind vergleichsweise selten, und Schlangen versuchen normalerweise, Menschen auszuweichen.

Besonders interessant ist die Hornotter. Diese auffällige Giftschlange kommt in Deutschland nicht natürlich vor, erreicht aber im Süden Österreichs den nördlichen Rand ihres Verbreitungsgebietes. Charakteristisch ist vor allem der kleine hornartige Fortsatz auf der Schnauze.
In diesem Artikel stellen wir die Schlangen Österreichs vor und gehen besonders ausführlich auf Hornotter und Kreuzotter ein. Außerdem erklären wir, wo die Arten vorkommen, woran man sie erkennen kann und wie man sich bei einer Begegnung oder nach einem möglichen Schlangenbiss verhalten sollte.
In Österreich gibt es giftige Schlangen. Die beiden heute vorkommenden Giftschlangen sind Hornotter und Kreuzotter. Beide sind regional verbreitet und nicht überall in Österreich anzutreffen. Schlangen greifen Menschen normalerweise nicht gezielt an. Wer Abstand hält und ein Tier nicht anfasst oder bedrängt, reduziert das Risiko eines Bisses erheblich.
Welche Schlangen gibt es in Österreich?
Zu den etablierten heimischen Schlangen Österreichs gehören mehrere Nattern sowie zwei heute vorkommende Vipernarten. Die Wiesenotter wurde historisch ebenfalls zur österreichischen Fauna gerechnet, gilt in Österreich jedoch als ausgestorben. Der Naturschutzbund nennt Ringelnatter, Würfelnatter, Schlingnatter und Äskulapnatter als ungiftige heimische Arten sowie Kreuzotter und Europäische Hornotter als die heute vorkommenden giftigen Arten. Inzwischen wird außerdem die Barren-Ringelnatter als eigene Art betrachtet und auch für Österreich nachgewiesen.
| Schlangenart | Wissenschaftlicher Name | Giftig? | Bedeutung für Touristen |
|---|---|---|---|
| Europäische Hornotter | Vipera ammodytes | Ja | Regional im Süden Österreichs; Biss medizinisch ernst nehmen |
| Kreuzotter | Vipera berus | Ja | Vor allem Alpen und kühlere, strukturreiche Gebiete |
| Äskulapnatter | Zamenis longissimus | Nein | Für Menschen nicht giftig |
| Schlingnatter | Coronella austriaca | Nein | Wird gelegentlich mit einer Kreuzotter verwechselt |
| Ringelnatter | Natrix natrix | Nein | Harmlos für Menschen |
| Barren-Ringelnatter | Natrix helvetica | Nein | Harmlos für Menschen |
| Würfelnatter | Natrix tessellata | Nein | Wassergebundene, ungiftige Schlange |
Die genaue Anzahl der genannten Arten kann deshalb je nach Quelle und taxonomischem Stand unterschiedlich erscheinen. Ein Grund ist insbesondere die Barren-Ringelnatter, die früher nicht überall als eigenständige Art geführt wurde. Für Reisende ist vor allem die Unterscheidung zwischen den beiden giftigen Vipern und den ungiftigen Nattern wichtig.
Welche Schlangen in Österreich sind giftig?
Für Touristen sind vor allem zwei Arten relevant:
- Europäische Hornotter (Vipera ammodytes)
- Kreuzotter (Vipera berus)
Beide besitzen Giftzähne und können bei einem Verteidigungsbiss Gift injizieren. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese Schlangen Menschen verfolgen oder ohne Anlass angreifen. Schlangen sind Fluchttiere. Der österreichische Naturschutzbund empfiehlt bei einer Begegnung vor allem, Ruhe zu bewahren, Abstand zu halten und das Tier keinesfalls anzufassen.
Die früher in Österreich vorkommende Wiesenotter gilt dagegen als ausgestorben und spielt für die praktische Gefahreneinschätzung eines Österreich-Urlaubs keine Rolle.
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Hornotter in Österreich
Die Europäische Hornotter (Vipera ammodytes) ist die Schlangenart, die für viele deutsche Österreich-Urlauber besonders interessant sein dürfte. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Südösterreich über große Teile des Balkans. In Österreich befindet sie sich am nördlichen Rand ihres europäischen Verbreitungsgebietes.
Die Art wird auch Sandviper, Sandotter oder Hornviper genannt. Der Name Sandotter kann allerdings einen falschen Eindruck vermitteln: Typische Lebensräume sind keineswegs ausgedehnte Sandflächen, sondern vor allem warme, steinige und strukturreiche Gebiete.
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Woran erkennt man eine Hornotter?
Das auffälligste Merkmal ist der hornartige Fortsatz auf der Schnauzenspitze. Dieses „Horn“ macht die Art unter den in Österreich vorkommenden Schlangen vergleichsweise charakteristisch.
Weitere typische Merkmale sind:
- ein deutlich vom Hals abgesetzter Kopf,
- senkrechte, schlitzförmige Pupillen,
- gekielte Körperschuppen,
- häufig ein dunkles Zickzack- oder Rautenband auf dem Rücken,
- eine Grundfärbung, die unter anderem grau, beige oder braun sein kann,
- bei österreichischen Populationen eine charakteristische rötliche Färbung im Schwanzbereich.

Österreichische Hornottern erreichen häufig ungefähr 70 bis 90 Zentimeter Länge; außergewöhnlich große Exemplare können etwa einen Meter erreichen.
Das Zickzackmuster allein reicht nicht zur Bestimmung
Das dunkle Rückenband kann bei der Hornotter auffällig sein. Ein Zickzack- oder Fleckenmuster sollte jedoch nicht allein zur Bestimmung einer Giftschlange verwendet werden.
Das ist insbesondere deshalb wichtig, weil beispielsweise die ungiftige Schlingnatter eine Zeichnung besitzen kann, die bei einer flüchtigen Begegnung an eine Kreuzotter erinnert. Der Naturschutzbund weist ausdrücklich darauf hin, dass Schlingnattern häufig mit Kreuzottern verwechselt werden.
Für Urlauber gilt deshalb eine wesentlich einfachere Regel: Eine unbekannte Schlange wird nicht angefasst. Damit ist eine exakte Artbestimmung vor Ort normalerweise auch gar nicht notwendig.
Wo gibt es Hornottern in Österreich?
Die Hornotter kommt nicht in ganz Österreich vor. Ihre österreichische Verbreitung konzentriert sich auf den Süden des Landes.
Gesicherte Vorkommen befinden sich vor allem in Kärnten. Außerdem gibt beziehungsweise gab es Vorkommen in der südlichen Steiermark. Der Naturschutzbund Steiermark beschreibt die österreichische Verbreitung als auf Kärnten und südliche Grenzbereiche der Steiermark beschränkt. Ein Vorkommen in Osttirol ist nach dieser Quelle nicht sicher dokumentiert.
Auch aktuelle Naturschutzunterlagen des Landes Kärnten nennen Kärnten als österreichischen Verbreitungsschwerpunkt und bestätigen Vorkommen südlich des Alpenhauptkammes.
Die Situation in der Steiermark muss dabei differenziert betrachtet werden. Historische Vorkommen sind nicht automatisch mit heute noch bestehenden Populationen gleichzusetzen. Fachquellen weisen darauf hin, dass mehrere steirische Bestände vermutlich bereits erloschen sind. Deshalb sollte man nicht den Eindruck vermitteln, die Hornotter sei in der gesamten Südsteiermark regelmäßig anzutreffen.
Wo lebt die Hornotter?
Hornottern bevorzugen warme, sonnenexponierte und strukturreiche Lebensräume. Dazu gehören beispielsweise:
- felsige und steinige Hänge,
- Geröll- und Blockhalden,
- trockene, gebüschreiche Wiesen,
- Waldränder und Lichtungen,
- lichte Wälder,
- Steinmauern und Ruinengelände,
- teilweise Steinbrüche und Bahndämme.
Der Schwerpunkt der Höhenverbreitung in Österreich liegt nach Angaben des Naturschutzbundes Steiermark ungefähr zwischen 400 und 800 Metern, wobei die Tiere auch höher vorkommen können.
Für Wanderer bedeutet das: Eine Begegnung ist eher in geeigneten naturnahen und sonnenexponierten Lebensräumen im südlichen Österreich denkbar als mitten in einer Stadt oder an stark frequentierten touristischen Plätzen.
Ist die Hornotter gefährlich?
Ja, die Hornotter ist eine Giftschlange und ein Biss muss ernst genommen werden. Gleichzeitig wäre es falsch, aus ihrem Vorkommen eine allgemeine Gefahr für Österreich-Urlauber abzuleiten. Die Tiere versuchen normalerweise, einer Begegnung auszuweichen und beißen vor allem zur Verteidigung, wenn sie sich bedroht fühlen.
Gerade bei Aussagen über die medizinischen Folgen ist eine vorsichtige Formulierung wichtig. Die Stärke einer Vergiftung kann von Fall zu Fall unterschiedlich sein. Faktoren wie die abgegebene Giftmenge, die Bissstelle sowie Alter und Gesundheitszustand der betroffenen Person können eine Rolle spielen.
Ein vermuteter Hornotterbiss gehört deshalb unverzüglich medizinisch abgeklärt. Dass ein Betroffener sich zunächst relativ gut fühlt, ist kein sinnvoller Grund, auf eine medizinische Untersuchung zu verzichten.
Bei einem möglichen Giftschlangenbiss:
Wurde jemand von einer Hornotter, Kreuzotter oder einer nicht sicher bestimmten Schlange gebissen, sollte zeitnah professionelle medizinische Hilfe organisiert werden. Die Schlange nicht verfolgen oder einfangen. Das Opfer möglichst ruhig halten und unnötige körperliche Belastung vermeiden. Keine riskanten Eigenbehandlungen wie Aufschneiden oder Aussaugen der Bissstelle durchführen.
Muss man beim Wandern in Kärnten Angst vor Hornottern haben?
Nein. Das Vorkommen der Hornotter ist ein Grund für Aufmerksamkeit, aber kein Grund, Wanderungen in Kärnten zu vermeiden.
Wer auf Wegen bleibt, nicht blind unter Steine oder in Felsspalten greift und einer entdeckten Schlange ausreichend Platz lässt, vermeidet bereits einen großen Teil unnötiger Risikosituationen. Problematisch wäre vor allem der Versuch, ein Tier anzufassen, zu fangen oder aus nächster Nähe zu fotografieren.
Auch Kinder sollten wissen, dass unbekannte Schlangen grundsätzlich nicht berührt werden.
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Kreuzotter in Österreich
Die zweite für Reisende wichtige Giftschlange ist die Kreuzotter (Vipera berus). Anders als die wärmeliebende Hornotter ist sie an kühlere Lebensräume angepasst und besitzt ein sehr großes Verbreitungsgebiet.
Auch innerhalb Österreichs ist sie wesentlich weiter verbreitet als die Hornotter. Trotzdem bedeutet das nicht, dass Kreuzottern überall regelmäßig zu sehen wären.
Wo gibt es Kreuzottern in Österreich?
Die Kreuzotter kommt nach Angaben des Naturschutzbundes in sieben der neun österreichischen Bundesländer vor. Sie fehlt in Wien und im Burgenland. Verbreitungsschwerpunkte befinden sich im Alpenraum, im nördlichen Alpenvorland sowie im nördlichen Granithochland der Böhmischen Masse.
Damit ist die Aussage, die Kreuzotter komme in Österreich „überall“ oder flächendeckend vor, nicht korrekt. Auch innerhalb der Bundesländer mit Kreuzotterbeständen hängt ihr Vorkommen stark von geeigneten Lebensräumen ab.
In den Alpen kann sie bis in Höhenlagen von mehr als 2.000 Metern vorkommen. Fachinformationen nennen unter anderem Bergwiesen, Waldränder, Lichtungen, Geröllfelder, Moore und Feuchtwiesen als typische Lebensräume.

Woran erkennt man eine Kreuzotter?
Die Kreuzotter ist normalerweise deutlich kleiner als eine außergewöhnlich große Hornotter. Häufig erreicht sie ungefähr 50 bis 60 Zentimeter Länge, größere Exemplare sind möglich.
Zu den bekannten Merkmalen gehören:
- häufig ein dunkles Zickzackband auf dem Rücken,
- ein relativ deutlich vom Körper abgesetzter Kopf,
- senkrechte Schlitzpupillen,
- eine sehr variable Grundfärbung.
Gerade die Farbe ist als Bestimmungsmerkmal problematisch. Kreuzottern können grau, braun oder rötlich erscheinen. Es kommen außerdem sehr dunkle bis vollständig schwarze Tiere vor. Bei solchen Exemplaren kann das typische Rückenband kaum oder überhaupt nicht sichtbar sein.
Umgekehrt bedeutet ein Zickzackmuster nicht automatisch, dass man eine Kreuzotter vor sich hat. Die ungiftige Schlingnatter gehört zu den Arten, die mit ihr verwechselt werden können.
Hornotter oder Kreuzotter – was ist der Unterschied?
| Merkmal | Hornotter | Kreuzotter |
|---|---|---|
| Schnauzenhorn | Ja, charakteristisch | Nein |
| Rückenzeichnung | Häufig dunkles Zickzack-/Rautenband | Häufig dunkles Zickzackband |
| Verbreitung Österreich | Vor allem Kärnten, sehr begrenzt auch Steiermark | Deutlich weiter verbreitet; Schwerpunkt Alpenraum |
| Wien | Kein natürliches Vorkommen | Kein Vorkommen |
| Giftig | Ja | Ja |
Für Laien ist das Schnauzenhorn der Hornotter der auffälligste Unterschied. Eine Schlange sollte zur Bestimmung jedoch niemals eingefangen oder aus der Nähe untersucht werden.
Gibt es giftige Schlangen in Wien?
Für Besucher von Wien ist die Antwort besonders beruhigend: Hornotter und Kreuzotter gehören nicht zur regulären Schlangenfauna Wiens. Der Naturschutzbund nennt Wien ausdrücklich als eines der beiden österreichischen Bundesländer ohne Kreuzottervorkommen. Das österreichische Verbreitungsgebiet der Hornotter liegt dagegen weit südlich von Wien in Kärnten und Teilen der Steiermark.
Wer einen normalen Städteurlaub in Wien verbringt und beispielsweise den Stephansdom, Schönbrunn, den Prater oder die Hofburg besucht, muss sich daher wegen Hornottern oder Kreuzottern keine Gedanken machen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass es in Wien überhaupt keine Schlangen geben kann. Ungiftige Schlangenarten können in geeigneten naturnahen Lebensräumen vorkommen. Eine Schlange irgendwo in Wien sollte deshalb nicht automatisch als entkommenes Haustier oder als Giftschlange angesehen werden.
Ungiftige Schlangen in Österreich
Neben Hornotter und Kreuzotter leben in Österreich mehrere ungiftige Schlangenarten. Für Menschen stellen diese Nattern normalerweise keine Gefahr dar. Trotzdem sollte man auch ungiftige Schlangen nicht anfassen oder bedrängen. Einerseits können sich die Tiere verteidigen, andererseits stehen Österreichs heimische Reptilien unter Schutz.
Zu den ungiftigen Arten gehören insbesondere Äskulapnatter, Schlingnatter, Ringelnatter, Barren-Ringelnatter und Würfelnatter. Bei der Barren-Ringelnatter handelt es sich um eine Art, die früher als Unterart der Ringelnatter behandelt wurde. Neuere taxonomische Erkenntnisse führen sie als eigene Art; in Österreich kommt sie insbesondere im westlichen Alpenraum vor.
Äskulapnatter – die größte Schlange Österreichs
Die Äskulapnatter (Zamenis longissimus) ist eine der eindrucksvollsten heimischen Schlangen. Sie kann bis zu etwa zwei Meter lang werden und gilt damit als größte heimische Schlange Österreichs. Trotz ihrer Größe ist sie ungiftig und für Menschen normalerweise ungefährlich.
Ausgewachsene Äskulapnattern wirken häufig relativ einfarbig. Ihre Färbung kann braun, olivbraun bis dunkel erscheinen. Die Schuppen sind glatt und glänzend. Jungtiere sehen dagegen anders aus: Sie können hellgelbliche Nackenflecken besitzen und dadurch auf den ersten Blick jungen Ringelnattern ähneln. Ein weiteres Merkmal junger Äskulapnattern ist ein dunkler Streifen vom Auge in Richtung Mundwinkel.
Typisch ist außerdem der verhältnismäßig schlanke Körper. Die Äskulapnatter ist ein ausgezeichneter Kletterer. Sie kann nicht nur am Boden, sondern auch auf Mauern, in Sträuchern und auf Bäumen beobachtet werden.
Bevorzugt werden warme und strukturreiche Landschaften mit Gebüschen, Hecken, Waldrändern, Mauern und geeigneten Sonnenplätzen. Auf dem Speiseplan stehen vor allem Kleinsäuger; aufgrund ihrer Kletterfähigkeit erbeutet sie aber auch andere kleine Wirbeltiere.
Wo gibt es Äskulapnattern in Österreich?
Die Äskulapnatter besitzt eine vergleichsweise weite österreichische Verbreitung. Nach Angaben des Naturschutzbundes kommt sie in allen österreichischen Bundesländern außer Vorarlberg vor. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie überall häufig anzutreffen ist. Entscheidend sind geeignete warme und strukturreiche Lebensräume.
Eine große Schlange in Österreich ist daher keineswegs automatisch eine Giftschlange. Gerade eine ausgewachsene Äskulapnatter kann wesentlich länger werden als Hornotter oder Kreuzotter.
Schlingnatter – häufig mit der Kreuzotter verwechselt
Für Wanderer besonders interessant ist die Schlingnatter (Coronella austriaca). Sie ist ungiftig, kann aufgrund ihrer Körperzeichnung aber mit der Kreuzotter verwechselt werden.
Genau deshalb sollte die Bestimmung einer Schlange nicht allein anhand eines vermeintlichen Zickzackmusters erfolgen. Der Naturschutzbund weist ausdrücklich darauf hin, dass Schlingnattern häufig mit Kreuzottern verwechselt werden.
Typisch für die Schlingnatter sind unter anderem dunkle Flecken auf dem Rücken und eine markante Kopfzeichnung. Häufig verläuft außerdem ein dunkler Streifen seitlich durch beziehungsweise hinter das Auge.
Schlingnattern führen eine eher versteckte Lebensweise. Statt sofort zu fliehen, können sie sich auf ihre Tarnung verlassen und bewegungslos bleiben. Deshalb werden die Tiere trotz ihrer weiten Verbreitung vergleichsweise selten entdeckt.
Geeignete Lebensräume sind beispielsweise:
- sonnige Waldränder,
- Trockenrasen,
- Felshänge,
- strukturreiche Böschungen,
- Trockensteinmauern,
- Heide- und Moorbereiche,
- Holz- und Reisighaufen in naturnahen Gärten.
Zur Nahrung gehören unter anderem Eidechsen, Blindschleichen, andere kleine Reptilien und Kleinsäuger.
Schlingnatter oder Kreuzotter?
Diese Verwechslung ist für Touristen besonders relevant. Eine vermeintliche Kreuzotter kann tatsächlich eine völlig ungiftige Schlingnatter sein.
Das ist allerdings kein Grund, eine unbekannte Schlange aus der Nähe untersuchen zu wollen. Für einen Wanderer gibt es praktisch keinen Vorteil, eine Schlange auf wenige Zentimeter genau bestimmen zu können. Abstand halten funktioniert bei beiden Arten.
Insbesondere Körperzeichnung und Farbe können variieren. Ein einzelnes Merkmal sollte deshalb nicht dazu führen, dass ein Laie eine unbekannte Schlange mit absoluter Sicherheit als ungiftig einstuft.
Ringelnatter – eine der bekanntesten Schlangen Österreichs
Die Ringelnatter (Natrix natrix) gehört zu den bekanntesten europäischen Schlangen. Sie ist ungiftig und für Menschen normalerweise harmlos.
Besonders charakteristisch sind bei vielen Tieren die hellen, häufig gelblichen bis weißlichen Flecken im hinteren Kopfbereich. Dahinter befinden sich dunkle Bereiche. Die Ausprägung dieser Zeichnung kann allerdings variieren.
Ringelnattern sind stark mit Feuchtlebensräumen verbunden. Man findet sie beispielsweise in der Umgebung von:
- Teichen,
- Seen,
- Bächen und Flüssen,
- Feuchtwiesen,
- Sümpfen und anderen Feuchtgebieten.
Der Naturschutzbund beschreibt Ringelnattern als vergleichsweise anpassungsfähige Reptilien, die unterschiedliche Lebensräume nutzen können. Gewässer und deren Umgebung spielen dabei eine wichtige Rolle.
Ringelnattern können gut schwimmen. Ihre Nahrung besteht zu einem erheblichen Teil aus Amphibien wie Fröschen und Kröten.
Was macht eine Ringelnatter bei Gefahr?
Eine Ringelnatter versucht normalerweise zu fliehen. Wird sie bedrängt, besitzt sie verschiedene Verteidigungsstrategien. Dazu kann auch ein beeindruckendes Drohverhalten gehören. Das macht sie jedoch nicht zu einer gefährlichen Giftschlange.
Für Urlauber reicht auch hier eine einfache Regel: nicht anfassen, nicht verfolgen und dem Tier einen Fluchtweg lassen.
Barren-Ringelnatter in Österreich
Die Barren-Ringelnatter (Natrix helvetica) ist für diesen Artikel besonders interessant, weil sich ihre taxonomische Einordnung verändert hat. Früher wurde sie als Unterart innerhalb des Ringelnatter-Komplexes betrachtet. Aufgrund genetischer und morphologischer Unterschiede wird sie inzwischen als eigenständige Art geführt.
Normalerweise kann die Barren-Ringelnatter dunkle, senkrecht beziehungsweise schräg verlaufende Zeichnungen an den Körperseiten besitzen, die an Barren erinnern und der Art ihren deutschen Namen gegeben haben.
Bei österreichischen Exemplaren ist die Bestimmung allerdings komplizierter. Nach Angaben des Naturschutzbundes ist das namensgebende Barrenmuster bei den in Österreich vorkommenden Tieren häufig kaum oder gar nicht ausgeprägt. Sie können deshalb einer gewöhnlichen Ringelnatter stark ähneln.
Unterschiede gibt es unter anderem bei der Kopfzeichnung. Für einen Urlauber sind diese Details jedoch kaum geeignet, um ein vorbeikriechendes Tier zuverlässig zu bestimmen.
Wo kommt die Barren-Ringelnatter in Österreich vor?
Die Art besitzt ihren Schwerpunkt in Westeuropa. Ihr Verbreitungsgebiet reicht aber bis in die westlichen Ostalpen. In Österreich gibt es entsprechende Populationen im westlichen Alpenraum. Im nördlichen Tirol können Ringelnatter und Barren-Ringelnatter aufeinandertreffen und sich auch miteinander kreuzen.
Für Touristen ist die genaue Unterscheidung zwischen beiden Arten nicht entscheidend: Sowohl Ringelnatter als auch Barren-Ringelnatter sind für Menschen keine gefährlichen Giftschlangen.
Würfelnatter – die Schlange am Wasser
Die Würfelnatter (Natrix tessellata) ist ebenfalls ungiftig. Von den österreichischen Schlangen gehört sie zu den Arten mit einer besonders engen Bindung an Gewässer.
Ihr Name geht auf die charakteristische Körperzeichnung zurück. Auf dem Rücken befinden sich dunklere, häufig annähernd würfelartige Flecken. Die Grundfarbe kann grau, olivfarben oder bräunlich wirken.
Die Würfelnatter ist hervorragend an das Leben am und im Wasser angepasst. Sie schwimmt und taucht und ernährt sich überwiegend von Fischen. Entsprechend findet man sie vor allem an geeigneten Flüssen, Seen und anderen Gewässern mit ausreichendem Nahrungsangebot sowie geeigneten Sonnen- und Versteckplätzen.
Ringelnatter und Würfelnatter gehören nach Angaben des Naturschutzbundes zu den österreichischen Reptilien, die besonders eng an Gewässer beziehungsweise deren Umgebung gebunden sind. Die Würfelnatter gilt in Österreich als stark gefährdet.
Wer beim Baden, Paddeln oder Spazieren an einem Gewässer eine schwimmende Schlange entdeckt, muss daher nicht automatisch von einer Gefahr ausgehen. Eine Würfelnatter kann sich ausgesprochen sicher im Wasser bewegen, ist aber keine für Menschen gefährliche Giftschlange.
Welche Schlange habe ich gesehen?
Für Urlauber lässt sich eine erste Orientierung anhand einiger auffälliger Merkmale geben. Eine sichere Bestimmung allein nach einer kurzen Begegnung ist jedoch nicht immer möglich.
| Auffälliges Merkmal | Mögliche Art | Giftig? |
|---|---|---|
| Deutliches Horn auf der Schnauze | Hornotter | Ja |
| Typisches dunkles Zickzackband, kein Schnauzenhorn | Möglicherweise Kreuzotter | Ja |
| Sehr lang und schlank, häufig relativ einfarbig | Möglicherweise Äskulapnatter | Nein |
| Fleckenzeichnung, kann Kreuzotter ähneln | Möglicherweise Schlingnatter | Nein |
| Helle Flecken seitlich hinter dem Kopf | Ringelnatter bzw. verwandte Form | Nein |
| Stark ans Wasser gebunden, würfelartige Flecken | Würfelnatter | Nein |
Wichtig: Diese Tabelle ist nur eine Orientierung und keine Anleitung zur sicheren Artbestimmung. Farbe und Zeichnung können innerhalb einer Art erheblich variieren. Eine unbekannte Schlange sollte deshalb grundsätzlich nicht angefasst werden.
Was tun, wenn man beim Wandern eine Schlange sieht?
Eine Begegnung mit einer Schlange ist normalerweise kein Notfall. Österreichs Schlangen sind Fluchttiere und versuchen in der Regel, einer Konfrontation auszuweichen. Der Naturschutzbund empfiehlt bei einer Sichtung vor allem: Ruhe bewahren, Abstand halten und das Tier nicht berühren.
Beim Wandern sind einige einfache Regeln sinnvoll:
- Schlange nicht anfassen oder fangen.
- Ausreichend Abstand halten.
- Dem Tier einen Fluchtweg lassen.
- Nicht mit einem Stock nach der Schlange schlagen.
- Nicht blind in Felsspalten, unter Steine oder in dichtes Gras greifen.
- In Gebieten mit möglichen Giftschlangen festes Schuhwerk tragen.
- Kinder darauf hinweisen, unbekannte Tiere nicht anzufassen.
Das österreichische Gesundheitsportal empfiehlt bei Bergwanderungen kräftiges, möglichst über die Knöchel reichendes Schuhwerk und feste lange Hosen. Außerdem sollte man darauf achten, wohin man tritt, und nicht in Steinzwischenräume oder tiefes Gras greifen.
Was tun bei einem Schlangenbiss in Österreich?
Hier sollte man bewusst vorsichtig sein. Hat eine Hornotter oder Kreuzotter gebissen oder kann die Schlangenart nicht zuverlässig bestimmt werden, sollte der Vorfall nicht selbst eingeschätzt oder abgewartet werden.
Das offizielle österreichische Gesundheitsportal empfiehlt nach dem Biss einer heimischen Giftschlange medizinische Abklärung. Selbst wenn zunächst keine Beschwerden auftreten, soll eine ärztliche Begutachtung erfolgen; gegebenenfalls ist eine stationäre Beobachtung notwendig.
Mögliche Symptome nach dem Biss einer Giftschlange
Nach Angaben des österreichischen Gesundheitsportals können nach einem Biss unter anderem eine Bissmarke, Schmerzen, eine zunehmende örtliche Schwellung, blau-violette Verfärbungen und lokale Gewebeschäden auftreten. Möglich sind außerdem allgemeine Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schweißausbrüche, Herzrasen oder Blutdruckabfall. Auch allergische Reaktionen können auftreten. Schwere Verläufe sind in Europa insgesamt selten.
Gerade deshalb sollte man zwei Fehler vermeiden: einen Schlangenbiss unnötig dramatisieren – oder ihn verharmlosen. Die medizinische Beurteilung gehört in professionelle Hände.
Erste Hilfe nach einem möglichen Giftschlangenbiss
Bei einem vermuteten Giftschlangenbiss:
- Betroffene Person möglichst ruhig halten.
- Körperliche Aktivität vermeiden.
- Gebissene Extremität ruhigstellen.
- Wunde nach Möglichkeit steril abdecken.
- Betroffene Person nicht alleine lassen.
- In Österreich Rettung unter 144 oder Euronotruf 112 verständigen.
Nicht: Bissstelle aussaugen, ausdrücken oder aufschneiden. Das österreichische Gesundheitsportal rät außerdem ausdrücklich davon ab, einen Kompressionsverband anzulegen.
Diese Empfehlungen entsprechen den aktuellen Informationen des offiziellen österreichischen Gesundheitsportals.
Die österreichische Vergiftungsinformationszentrale berät rund um die Uhr auch bei Schlangenbissen. Sie ist unter 01 406 43 43 erreichbar. Bei einem akuten medizinischen Notfall sollte die Rettung unter 144 beziehungsweise der Euronotruf 112 verständigt werden.
Sollte man die Schlange fangen oder töten?
Nein. Man sollte nach einem Biss nicht versuchen, die Schlange einzufangen. Dadurch entsteht lediglich das Risiko eines weiteren Bisses.
Ist ohne Annäherung ein Foto möglich, kann dieses eventuell bei der späteren Bestimmung helfen. Dafür sollte jedoch niemals ein zusätzliches Risiko eingegangen werden.
Wie gefährlich sind Schlangen für Österreich-Urlauber wirklich?
Das Risiko sollte weder dramatisiert noch ignoriert werden. Österreich besitzt mit Hornotter und Kreuzotter zwei heute vorkommende heimische Giftschlangen. Gleichzeitig sind schwere Vergiftungsverläufe durch Schlangenbisse in Europa nach Angaben des österreichischen Gesundheitsportals selten.
Für einen normalen Wien-Urlaub spielen Giftschlangen praktisch keine Rolle. Auch bei einem Wanderurlaub in Österreich ist eine Begegnung keineswegs etwas, womit man ständig rechnen müsste.
Etwas mehr Aufmerksamkeit ist in geeigneten natürlichen Lebensräumen sinnvoll – beispielsweise in felsigen, warmen Gebieten mit Hornottervorkommen in Südösterreich oder in Kreuzotterhabitaten im Alpenraum.
Die einfachste Sicherheitsregel funktioniert unabhängig von der Art: Schlangen beobachten, aber nicht anfassen und ausreichend Abstand halten.
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Häufige Fragen zu Schlangen in Österreich
Gibt es Giftschlangen in Österreich?
Ja. Die beiden heute vorkommenden heimischen Giftschlangen sind Kreuzotter und Europäische Hornotter. Die früher ebenfalls vorkommende Wiesenotter gilt in Österreich als ausgestorben.
Was ist die gefährlichste Schlange Österreichs?
Die Hornotter besitzt ein medizinisch relevantes Gift und ein Biss muss ernst genommen werden. Für Reisende ist allerdings wichtiger als eine Rangliste der „gefährlichsten“ Schlange, dass sowohl ein vermuteter Hornotter- als auch ein Kreuzotterbiss medizinisch abgeklärt werden sollte.
Gibt es Hornottern in Wien?
Nein, Wien gehört nicht zum natürlichen österreichischen Verbreitungsgebiet der Hornotter. Die österreichischen Vorkommen konzentrieren sich auf den Süden des Landes.
Gibt es Kreuzottern in Wien?
Nach Angaben des Naturschutzbundes kommt die Kreuzotter in sieben der neun österreichischen Bundesländer vor; Wien und das Burgenland sind ausgenommen. Für einen klassischen Wien-Städtetrip ist die Kreuzotter daher kein relevantes Risiko.
Kann man in Österreich beim Wandern einer Schlange begegnen?
Ja. Besonders in naturnahen Gebieten ist eine Begegnung möglich. Die Wahrscheinlichkeit hängt stark von Region, Lebensraum, Jahreszeit und Wetter ab. Die meisten Schlangen versuchen, Menschen auszuweichen.
Sind Ringelnattern in Österreich giftig?
Nein. Ringelnattern sind ungiftig und stellen für Menschen normalerweise keine Gefahr dar.
Ist die Äskulapnatter gefährlich?
Nein. Die Äskulapnatter ist trotz ihrer teilweise beeindruckenden Körperlänge ungiftig. Sie kann bis zu etwa zwei Meter lang werden und ist damit Österreichs größte heimische Schlange.
Welche Schlange wird mit der Kreuzotter verwechselt?
Vor allem die Schlingnatter kann aufgrund ihrer Zeichnung mit einer Kreuzotter verwechselt werden. Die Schlingnatter ist jedoch ungiftig.
Was soll ich tun, wenn ich die Schlangenart nicht erkenne?
Bei einer bloßen Begegnung reicht es, Abstand zu halten und die Schlange nicht anzufassen. Nach einem Biss durch eine nicht sicher bestimmte Schlange sollte dagegen vorsichtshalber medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden, anstatt selbst zu entscheiden, ob die Schlange giftig war.
Fazit: Schlangen gehören zu Österreichs Natur
Österreich besitzt eine überraschend vielfältige Schlangenfauna. Für Urlauber sind vor allem zwei Arten wichtig: Hornotter und Kreuzotter. Beide sind giftig, kommen jedoch nicht überall vor und suchen normalerweise keine Auseinandersetzung mit Menschen.
Die Hornotter ist vor allem im Süden Österreichs interessant und durch ihr charakteristisches Schnauzenhorn vergleichsweise auffällig. Die Kreuzotter ist wesentlich weiter verbreitet und vor allem im Alpenraum anzutreffen. Daneben leben mit Äskulapnatter, Schlingnatter, Ringelnatter, Barren-Ringelnatter und Würfelnatter mehrere ungiftige Schlangen in Österreich.
Wer einer Schlange begegnet, sollte Abstand halten und das Tier nicht anfassen. Nach einem möglichen Biss einer Giftschlange oder einer nicht sicher bestimmten Schlange sollte dagegen nicht abgewartet werden: Die medizinische Beurteilung sollte Fachleuten überlassen werden.
Für Wien-Touristen besteht insbesondere hinsichtlich Hornotter und Kreuzotter kein Anlass zur Sorge. Wer Österreichs Berge und Naturlandschaften erkundet, kann Schlangen mit etwas Glück beobachten – am besten aus respektvoller Entfernung.
Weitere Informationen für Österreich-Reisende
Wer seinen Aufenthalt in Wien und Österreich plant, findet auf wien-infos.de weitere praktische Informationen:
- Skorpione in Österreich: Arten, Vorkommen und Gefahr
- Öffentlicher Nahverkehr in Wien
- Anreise nach Wien
- Flughafen Wien-Schwechat
- Leitungswasser in Wien
- Preise in Wien
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- Ausflug von Wien nach Bratislava
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