Die österreichischen Alpen sind Lebensraum für eine große Vielfalt an Wildtieren. Einige davon sind hervorragend an das Leben im Hochgebirge angepasst und kommen auch oberhalb der Waldgrenze vor. Andere leben hauptsächlich in den Bergwäldern, auf Almen, an Gebirgsbächen oder in tieferen Lagen.
Zu den bekanntesten Tieren der österreichischen Alpen gehören Alpensteinbock, Gämse, Alpenmurmeltier, Steinadler und Bartgeier. Im Nationalpark Hohe Tauern werden diese fünf Arten sogar als die „Big Five“ bezeichnet. Daneben leben in den Bergen unter anderem Rothirsche, Rehe, Füchse, Alpendohlen, Alpenschneehühner, Alpensalamander und Kreuzottern. Auch Wolf und Luchs kommen in Teilen des österreichischen Alpenraums vor.
Hotels und Unterkünfte in Österreich
Viele bekannte Gebiete zur Tierbeobachtung liegen in den österreichischen Alpen. Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen in den verschiedenen Bergregionen können vor der Reise verglichen werden.
Hotels und Unterkünfte in Österreich bei Booking.com ansehen
Für Urlauber ist die Tierwelt besonders interessant, weil einige Arten tatsächlich während einer Wanderung beobachtet werden können. Gämsen und Murmeltiere sind in geeigneten Gebieten vergleichsweise häufig zu sehen. Steinböcke lassen sich regional ebenfalls gut beobachten. Eine Begegnung mit einem Luchs oder Wolf ist dagegen sehr selten. Noch unwahrscheinlicher ist eine Begegnung mit einem Braunbären, denn Österreich besitzt derzeit keine dauerhaft ansässige Bärenpopulation.
Tiere in den österreichischen Alpen – das Wichtigste in Kürze
- Steinbock, Gämse und Murmeltier gehören zu den bekanntesten Säugetieren der österreichischen Alpen.
- Steinadler und Bartgeier zählen zu den auffälligsten großen Vögeln des Hochgebirges.
- Gämsen sind in geeigneten Bergregionen vergleichsweise häufig zu beobachten.
- Murmeltiere leben vor allem auf alpinen Rasen, Almflächen und in Blockfeldern.
- Alpenschneehuhn und Alpensalamander sind besonders gut an das Leben im Gebirge angepasst.
- Wölfe kommen in Österreich vor, direkte Begegnungen mit Wanderern sind jedoch selten.
- Luchse leben auch im österreichischen Alpenraum, sind aber ausgesprochen schwer zu beobachten.
- Österreich besitzt derzeit keine residente Braunbärenpopulation. Einzelne Bären können aus Italien oder Slowenien einwandern.
- Mit der Kreuzotter kommt auch eine Giftschlange in alpinen Lebensräumen vor.
- Die meisten Wildtiere sind für Wanderer keine Gefahr, solange man Abstand hält und die Tiere nicht bedrängt oder füttert.
Welche Tiere leben in den österreichischen Alpen?
Die Frage lässt sich nicht mit einer kurzen Artenliste beantworten, denn die Alpen bestehen aus sehr unterschiedlichen Lebensräumen. Ein bewaldetes Tal auf 800 Metern Höhe bietet völlig andere Bedingungen als eine felsige Bergregion auf 2.500 Metern.
Mit zunehmender Höhe verändern sich Temperatur, Vegetation, Schneedecke und Nahrungsangebot. Entsprechend verändert sich auch die Tierwelt.
In den tieferen Bergwäldern leben beispielsweise Rothirsch, Reh, Fuchs, Dachs und verschiedene Marderarten. Auch Luchse nutzen große Waldgebiete, kommen in Österreich allerdings nur regional und in geringer Zahl vor.
Weiter oben werden andere Arten charakteristisch. Gämsen nutzen sowohl Bergwälder als auch offene und felsige Gebiete. Murmeltiere findet man auf alpinen Rasen und Almflächen. Steinböcke sind hervorragend an felsiges und steiles Gelände angepasst.
Auch unter den Vögeln gibt es Spezialisten des Gebirges. Steinadler gehören zu den bekanntesten Greifvögeln der Alpen. Der Bartgeier wurde im Alpenraum wiederangesiedelt und kann heute wieder in Österreich beobachtet werden. Alpenschneehühner sind sogar an die extremen Bedingungen oberhalb der Baumgrenze angepasst.
Wie vielfältig die alpine Tierwelt ist, zeigt der Nationalpark Hohe Tauern. Das Schutzgebiet nennt rund 10.000 Tierarten für sein Gebiet. Dazu gehören nicht nur große Säugetiere und Vögel, sondern auch Amphibien, Reptilien, Fische, Insekten und zahlreiche andere wirbellose Tiere.
Die bekanntesten Tiere der Alpen im Überblick
| Tier | Typischer Lebensraum | Beobachtung für Urlauber |
|---|---|---|
| Alpensteinbock | Felsiges Hochgebirge | Regional gut möglich |
| Gämse | Bergwald, alpine Matten und Felsregionen | Relativ gute Chancen in geeigneten Gebieten |
| Alpenmurmeltier | Alpine Rasen, Almflächen und Blockfelder | In bekannten Murmeltiergebieten gut möglich |
| Rothirsch | Bergwälder und offene Flächen | Möglich, häufig eher morgens und abends |
| Reh | Wälder, Waldränder und tiefer gelegene Bergregionen | Relativ gut möglich |
| Steinadler | Gebirge und offene alpine Landschaften | Mit etwas Glück möglich |
| Bartgeier | Hochgebirge | Regional möglich, deutlich seltener |
| Alpendohle | Gebirge, Felsen und Hochlagen | Häufig gut zu beobachten |
| Alpenschneehuhn | Hochalpine Landschaften | Wegen guter Tarnung schwierig |
| Alpensalamander | Feuchte alpine und subalpine Lebensräume | Besonders bei feuchtem Wetter möglich |
| Kreuzotter | Moore, Heiden, Waldränder und Gebirge | Gelegentlich |
| Luchs | Große Waldgebiete | Sehr selten |
| Wolf | Unterschiedliche Lebensräume | Sehr selten |
| Braunbär | Vor allem große Waldgebiete | Extrem unwahrscheinlich |
Alpensteinbock
Der Alpensteinbock ist eines der bekanntesten Symbole der Alpen. Besonders auffällig sind die mächtigen, nach hinten gebogenen Hörner ausgewachsener Böcke. Sie können bis ungefähr einen Meter lang werden. Weibliche Tiere besitzen wesentlich kürzere Hörner.
Steinböcke sind hervorragend an das Leben im felsigen Hochgebirge angepasst. Ihre Hufe besitzen harte Ränder und vergleichsweise weiche Ballen. Dadurch können sich die Tiere erstaunlich sicher auf steilen Felsen und Geröll bewegen.
Ausgewachsene männliche Steinböcke können ein Gewicht von mehr als 90 Kilogramm erreichen. Trotz dieser Körpermasse bewegen sie sich ausgesprochen geschickt im steilen Gelände.
Der Steinbock war im Alpenraum zeitweise fast vollständig verschwunden. Durch Schutzmaßnahmen und Wiederansiedlungen konnten sich wieder Populationen entwickeln. Im Nationalpark Hohe Tauern leben nach Angaben des Nationalparks heute rund 1.100 Steinböcke.
Wo kann man Steinböcke in Österreich beobachten?
Steinböcke kommen nicht überall in den österreichischen Alpen vor. In Regionen mit etablierten Beständen können die Chancen auf eine Beobachtung jedoch erstaunlich gut sein.
Zu den bekannten Gebieten gehören die Hohen Tauern. Im Ködnitztal bei Kals am Großglockner weist der Nationalpark ausdrücklich auf die Möglichkeit hin, Steinböcke, Murmeltiere und Steinadler zu beobachten.
Auch in anderen Teilen der österreichischen Alpen bestehen Steinbockpopulationen. Für Urlauber lohnt sich vor allem die Beobachtung aus größerer Entfernung mit einem Fernglas.
Wer einen Steinbock entdeckt, sollte nicht versuchen, für ein besseres Foto immer näher an das Tier heranzugehen. Gerade Wildtiere, die an häufig besuchten Orten vergleichsweise wenig Scheu zeigen, benötigen trotzdem ausreichend Abstand.
Sind Steinböcke gefährlich?
Steinböcke sind große und kräftige Wildtiere. Vor allem die Hörner eines ausgewachsenen Bocks wirken beeindruckend. Unter normalen Umständen stellen Steinböcke für Wanderer jedoch keine besondere Gefahr dar.
Man sollte die Tiere trotzdem niemals bedrängen, anfassen oder in die Enge treiben. Das gilt grundsätzlich für alle größeren Wildtiere in den Alpen.
Gämse
Die Gämse gehört zu den charakteristischsten Tieren der österreichischen Berge. Im Gegensatz zum stärker an felsiges Hochgebirge gebundenen Steinbock nutzt sie unterschiedliche Höhenlagen und Lebensräume. Gämsen können sowohl in Bergwäldern als auch auf alpinen Matten und in felsigem Gelände vorkommen.
Gämsen sind deutlich leichter gebaut als große Steinböcke. Sowohl männliche als auch weibliche Tiere besitzen Hörner. Diese werden als Krucken bezeichnet und sind an ihren Spitzen charakteristisch nach hinten gebogen.
Im Sommer ist das Fell überwiegend heller braun gefärbt. Im Winter wird es deutlich dunkler.
Gämsen sind ausgezeichnet an steile Berghänge angepasst und können sich schnell über felsiges Gelände bewegen. Im Nationalpark Hohe Tauern gelten sie unter den größeren Wildtieren als besonders häufig zu beobachten.
Wo kann man Gämsen in Österreich sehen?
Gämsen kommen in zahlreichen Gebirgsregionen Österreichs vor. Die Chancen auf eine Beobachtung sind deshalb deutlich größer als beispielsweise bei Wolf oder Luchs.
Besonders interessant sind größere Schutzgebiete und ruhigere Bergregionen. Häufig entdeckt man die Tiere zunächst als kleine Silhouetten an einem Hang. Ein Fernglas ist deshalb auch bei Gämsen sehr hilfreich.
Gute Chancen bestehen häufig am Morgen oder am späteren Nachmittag. Eine Garantie für eine Sichtung gibt es bei frei lebenden Wildtieren selbstverständlich nicht.
Gämse oder Steinbock – was ist der Unterschied?
Für Besucher sind die beiden Arten normalerweise gut zu unterscheiden. Ein ausgewachsener männlicher Steinbock besitzt wesentlich größere und massivere Hörner. Auch sein Körper ist kräftiger gebaut.
Die Hörner der Gämse sind schlanker und an der Spitze deutlich hakenförmig nach hinten gebogen. Außerdem kann man Gämsen in einem breiteren Spektrum von Lebensräumen antreffen.
Alpenmurmeltier
Das Alpenmurmeltier gehört wahrscheinlich zu den beliebtesten Wildtieren bei Wanderern. Die großen Nagetiere leben in Familiengruppen und verbringen einen erheblichen Teil ihres Lebens in selbst gegrabenen unterirdischen Bauen.
Besonders auffällig sind ihre Warnrufe. Entdeckt ein Murmeltier eine mögliche Gefahr, warnt es die anderen Tiere. Für Menschen klingt der Ruf wie ein lautes Pfeifen und ist häufig zu hören, bevor man überhaupt ein Murmeltier entdeckt.
Im Nationalpark Hohe Tauern leben Murmeltiere vor allem auf alpinen Rasen, Almflächen und in Blockfeldern in Höhen von ungefähr 1.400 bis 2.700 Metern.
Den langen und nahrungsarmen Winter verbringen Murmeltiere im Winterschlaf. Während des kurzen Bergsommers müssen sie genügend Energiereserven für diese Zeit aufbauen.
Wo kann man Murmeltiere in Österreich sehen?
Murmeltiere kommen in verschiedenen Regionen der österreichischen Alpen vor. Besonders gute Beobachtungsmöglichkeiten gibt es dort, wo größere Populationen in offenen alpinen Landschaften leben.
Die Hohen Tauern gehören zu den bekanntesten Regionen. Im Ködnitztal am Großglockner werden Murmeltiere ausdrücklich als gut beobachtbare Wildtiere genannt.
Wer einen schrillen Pfiff hört, sollte die umliegenden Wiesen und Felsen aufmerksam absuchen. Häufig sitzt ein Tier aufrecht in der Nähe seines Baus und beobachtet die Umgebung.
Darf man Murmeltiere füttern?
Wild lebende Murmeltiere sollten nicht gefüttert werden. Auch wenn einzelne Tiere an stark besuchten Orten vergleichsweise zutraulich erscheinen, bleiben sie Wildtiere.
Fütterungen können das natürliche Verhalten verändern und dazu führen, dass Tiere gezielt die Nähe von Menschen suchen. Für eine gute Beobachtung reichen Fernglas oder Kamera völlig aus.
Ausflüge und Aktivitäten in Österreich
Geführte Wanderungen, Naturtouren und Ausflüge in die österreichischen Alpen lassen sich bereits vor der Reise vergleichen.
Ausflüge und Aktivitäten in Österreich bei GetYourGuide ansehen
Steinadler
Der Steinadler gehört zu den eindrucksvollsten Vögeln der österreichischen Alpen. Große Tiere erreichen eine Flügelspannweite von mehr als zwei Metern. Hoch über einem Tal kreisende Steinadler können deshalb bereits aus großer Entfernung auffallen.
Der Nationalpark Hohe Tauern ist ein besonders wichtiges Gebiet für die Art. Dort leben derzeit rund 40 Steinadler-Brutpaare. Nach Angaben des Nationalparks entspricht dies ungefähr 15 Prozent des österreichischen Gesamtbestandes.
Steinadler besitzen ein großes Revier. Sie nutzen die offenen Gebirgslandschaften zur Nahrungssuche und errichten ihre Horste häufig in schwer zugänglichen Bereichen.
Zu ihrer Beute gehören unterschiedliche Säugetiere und Vögel. Murmeltiere können beispielsweise eine wichtige Nahrungsquelle darstellen.
Sind Steinadler für Menschen gefährlich?
Nein. Steinadler stellen für Wanderer keine normale Gefahr dar. Menschen gehören nicht zu ihrem Beutespektrum.
Wer einen Adlerhorst oder einen anderen Brutplatz entdeckt, sollte allerdings großen Abstand halten. Störungen während der Brutzeit können für Wildvögel problematisch sein.
Wo kann man Steinadler beobachten?
Steinadler kommen in verschiedenen Regionen der österreichischen Alpen vor. Die Hohen Tauern sind eines der wichtigsten Gebiete und bieten entsprechend gute Voraussetzungen für Beobachtungen.
Auch dort braucht man allerdings etwas Glück. Ein Fernglas erleichtert nicht nur die Beobachtung, sondern auch die Unterscheidung von anderen großen Vögeln.
Bartgeier
Der Bartgeier gehört zu den größten Vögeln der Alpen. Erwachsene Tiere können eine Flügelspannweite von bis zu etwa 2,9 Metern erreichen.
Die Geschichte des Bartgeiers in den Alpen ist ungewöhnlich. Die Art wurde vom Menschen verfolgt und schließlich im Alpenraum ausgerottet. Jahrzehnte später begann ein internationales Wiederansiedlungsprogramm.
Für Österreich waren die Hohen Tauern von besonderer Bedeutung. Im Jahr 1986 wurden im Krumltal bei Rauris die ersten Bartgeier des alpenweiten Wiederansiedlungsprojekts ausgewildert. 2010 wurde dort die erste erfolgreiche Brut eines österreichischen Bartgeierpaares festgestellt.
Heute können Bartgeier wieder in den österreichischen Alpen beobachtet werden.
Was fressen Bartgeier?
Bartgeier ernähren sich hauptsächlich von Aas und sind außergewöhnlich gut auf die Verwertung von Knochen spezialisiert. Größere Knochen können sie in die Luft tragen und auf felsigen Untergrund fallen lassen, um sie zu zerbrechen.
Die früher verbreitete Vorstellung vom gefährlichen „Lämmergeier“, der große lebende Tiere oder sogar Menschen angreift, hat mit der tatsächlichen Lebensweise des Bartgeiers wenig zu tun.
Für Wanderer sind Bartgeier keine Gefahr.
Alpendohle
Die Alpendohle gehört zu denjenigen Vögeln der Berge, die Urlauber besonders häufig beobachten können. Die schwarzen Vögel besitzen einen auffälligen gelben Schnabel und leben auch in großen Höhen.
Alpendohlen sind hervorragende Flieger. Sie nutzen Aufwinde an Berghängen und Felswänden und können dabei sehr wendig manövrieren.
In touristisch stark besuchten Gebieten tauchen sie häufig in der Nähe von Bergstationen, Aussichtspunkten und Berghütten auf. Dort haben einige Tiere gelernt, dass Menschen eine mögliche Nahrungsquelle darstellen.
Trotzdem sollten Alpendohlen nicht mit Brot, Pommes oder anderen Essensresten gefüttert werden. Das Beobachten aus der Nähe ist auch ohne Fütterung möglich.
Alpenschneehuhn
Das Alpenschneehuhn ist ein Spezialist für das Leben im Hochgebirge. Es hält Bedingungen aus, bei denen viele andere Vogelarten längst in tiefere und wärmere Regionen ausweichen.
Besonders auffällig ist die jahreszeitliche Veränderung des Gefieders. Im Winter ist das Alpenschneehuhn überwiegend weiß und dadurch im Schnee hervorragend getarnt. Während der schneefreien Jahreszeit ist die Färbung stärker braun und grau gemustert und passt besser zu Felsen und Vegetation.
Diese Tarnung macht die Tiere für Wanderer schwer zu entdecken. Ein Alpenschneehuhn kann sich relativ nahe befinden und trotzdem nahezu unsichtbar bleiben.
Der Österreichische Alpenverein zählt das Alpenschneehuhn zu den ausgewählten Arten seines alpinen Biodiversitätsmonitorings.
Alpensalamander
Der Alpensalamander ist deutlich kleiner als Steinbock, Gämse oder Murmeltier, gehört aber ebenfalls zu den charakteristischen Tieren der Alpen.
Die Tiere sind meist vollständig schwarz gefärbt. Diese dunkle Körperfarbe hilft ihnen dabei, Wärme aufzunehmen. Im Nationalpark Hohe Tauern wird der Alpensalamander unter anderem für die Alpinstufe zwischen ungefähr 2.300 und 3.000 Metern genannt, die Art kommt aber auch in tieferen geeigneten Gebirgslagen vor.
Besonders gute Chancen auf eine Beobachtung bestehen bei feuchtem Wetter. Bei Trockenheit halten sich die Tiere eher versteckt.
Alpensalamander sollten nicht für Fotos aufgehoben oder unnötig angefasst werden. Wer ein Tier auf einer Wanderung entdeckt, kann es am besten einfach an seinem Standort beobachten.
Rothirsch
Der Rothirsch ist kein reines Hochgebirgstier. Er gehört aber zur Tierwelt vieler österreichischer Bergregionen und nutzt unter anderem große Waldgebiete, offene Flächen und Almregionen.
Männliche Rothirsche können ein großes Geweih tragen. Besonders bekannt ist die Brunft im Herbst. In geeigneten Gebieten sind während dieser Zeit die weit hörbaren Rufe der Hirsche zu hören.
Rothirsche sind normalerweise scheu. Die besten Chancen für Beobachtungen bestehen häufig am frühen Morgen oder gegen Abend.
Während der Brunft sollte man männlichen Hirschen nicht zu nahe kommen. Ein ausgewachsener Rothirsch ist ein großes und kräftiges Wildtier, das ausreichend Abstand verdient.
Reh
Auch das Reh lebt in vielen österreichischen Bergregionen. Es ist allerdings stärker mit Wäldern, Waldrändern, Wiesen und tieferen Lagen verbunden als typische Hochgebirgsbewohner wie Steinbock oder Murmeltier.
Rehe können Wanderern vor allem morgens und abends begegnen. Meist verschwinden die Tiere schnell, sobald sie Menschen bemerken.
Wer ein scheinbar allein liegendes Rehkitz findet, sollte es nicht anfassen oder mitnehmen. Junge Tiere werden von ihren Müttern zeitweise allein zurückgelassen, während diese auf Nahrungssuche sind.
Fuchs
Der Rotfuchs ist ausgesprochen anpassungsfähig und kommt auch in den österreichischen Alpen vor. Er nutzt Bergwälder, offene Landschaften und andere geeignete Lebensräume.
Füchse sind häufig in der Dämmerung und nachts aktiv. Deshalb leben in vielen Regionen deutlich mehr Füchse, als Wanderer tatsächlich zu Gesicht bekommen.
Die Tiere ernähren sich sehr vielseitig. Kleinsäuger spielen eine wichtige Rolle, daneben werden unter anderem Insekten, Vögel, Aas und pflanzliche Nahrung aufgenommen.
Wild lebende Füchse sollten nicht gefüttert werden. Insbesondere in touristischen Gebieten ist es sinnvoll, Essensreste so aufzubewahren und zu entsorgen, dass Wildtiere nicht daran gelangen.
Luchs in den österreichischen Alpen
Der Eurasische Luchs gehört zu den seltensten größeren Säugetieren Österreichs. Wer in den Alpen wandert, wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit keinen Luchs sehen.
Nach aktuellen Angaben des Österreichzentrums Bär, Wolf, Luchs gibt es in ganz Österreich ungefähr 35 selbstständige Luchse. Davon werden rund 15 Tiere der alpinen Region zugerechnet.
Verlässliche Luchsvorkommen gibt es unter anderem in den nördlichen Kalkalpen und in Vorarlberg. Nachweise aus dem westlichen Tirol und Kärnten können dagegen auch auf zeitweilig einwandernde Tiere aus benachbarten Gebieten zurückgehen.
Luchse sind sehr heimlich. Sie besitzen ausgezeichnete Sinne und können Menschen wahrnehmen, ohne selbst entdeckt zu werden.
Sind Luchse für Wanderer gefährlich?
Eine Begegnung zwischen einem Wanderer und einem frei lebenden Luchs ist bereits ausgesprochen selten. Der Luchs betrachtet Menschen nicht als Beute und versucht normalerweise, ihnen auszuweichen.
Wie bei jedem Wildtier sollte man bei einer außergewöhnlichen direkten Begegnung Abstand halten und dem Tier eine Rückzugsmöglichkeit lassen.
Wolf in den Alpen
Auch Wölfe kommen heute wieder in Österreich vor. Dabei ist wichtig, den Wolf nicht als reines Hochgebirgstier darzustellen. Wölfe können sehr unterschiedliche Landschaften nutzen und über große Entfernungen wandern.
Nach Österreich wandern Tiere aus mehreren europäischen Populationen ein. Das Österreichzentrum Bär, Wolf, Luchs nennt unter anderem die Alpenpopulation, die dinarisch-balkanische Population, die Karpatenpopulation und die mitteleuropäische Tieflandpopulation.
Dass Wölfe in Österreich vorkommen, bedeutet nicht, dass Wanderer regelmäßig welchen begegnen. Direkte Sichtungen bleiben selten.
Wer einen Wolf beobachtet, sollte Abstand halten, nicht auf ihn zugehen und das Tier keinesfalls anfüttern.
Mehr Informationen zu Vorkommen und Verhalten gibt es in unserem Artikel Wölfe in Österreich.
Gibt es Bären in den österreichischen Alpen?
Einzelne Braunbären können in Österreich auftauchen. Eine dauerhaft ansässige Braunbärenpopulation gibt es derzeit jedoch nicht.
Das Österreichzentrum Bär, Wolf, Luchs berichtet für 2026 weiterhin von einzelnen durchstreifenden Tieren, die aus Italien oder Slowenien nach Österreich gelangen können.
Eine Bärenbegegnung gehört deshalb nicht zu den normalen Risiken einer Wanderung in den österreichischen Alpen. Sie ist ausgesprochen unwahrscheinlich.
Das unterscheidet den Braunbären deutlich von typischen und regelmäßig vorkommenden Alpentieren wie Gämse, Murmeltier oder Steinbock.
Ausführliche Informationen gibt es in unserem Artikel Bären in Österreich: Wo gibt es sie und sind sie gefährlich?.
Hotels und Unterkünfte in Österreich
Viele bekannte Gebiete zur Tierbeobachtung liegen in den österreichischen Alpen. Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen in den verschiedenen Bergregionen können vor der Reise verglichen werden.
Hotels und Unterkünfte in Österreich bei Booking.com ansehen
Weitere typische Säugetiere der österreichischen Alpen
Neben Steinbock, Gämse und Murmeltier leben zahlreiche kleinere Säugetiere in Österreichs Bergen. Einige von ihnen sind sogar noch stärker an extreme Hochgebirgsbedingungen angepasst als die großen und bekannten Arten.
Der Österreichische Alpenverein nennt neben Reh und Fuchs unter anderem auch das Hermelin als typischen Bewohner des Alpenraums. Viele alpine Säugetiere bleiben selbst im Winter aktiv und schützen sich durch besonders dichtes Fell, Fettreserven oder einen Wechsel der Fellfarbe vor Kälte und Schnee.
Schneehase
Der Schneehase ist ein besonders interessantes Beispiel für die Anpassung an das Leben im Gebirge. Er kommt in den Alpen vor und ist deutlich besser an kalte und schneereiche Lebensräume angepasst als der in tieferen Regionen verbreitete Feldhase.
Besonders auffällig ist der jahreszeitliche Fellwechsel. Im Winter wird das Fell überwiegend weiß und bietet dadurch eine gute Tarnung im Schnee. Während der schneefreien Jahreszeit ist die Färbung stärker braun bis graubraun.
Schneehasen werden von Wanderern nur vergleichsweise selten entdeckt. Sie sind gut getarnt und häufig in den Tageszeiten aktiv, in denen auf Wanderwegen weniger Menschen unterwegs sind.
Hermelin
Das Hermelin ist wesentlich kleiner als ein Schneehase, besitzt aber eine ähnliche Anpassung an schneereiche Landschaften. In vielen Regionen wird das Fell im Winter weitgehend weiß. Auffällig bleibt die schwarze Schwanzspitze.
Hermeline sind flinke Jäger und ernähren sich vor allem von kleinen Säugetieren. Aufgrund ihrer geringen Körpergröße verschwinden sie schnell zwischen Steinen und Vegetation und werden deshalb leicht übersehen.
Steinmarder und Baummarder
Auch verschiedene Marderarten leben in Österreichs Bergregionen. Der Baummarder ist stärker an Wälder gebunden, während der Steinmarder auch in der Nähe menschlicher Siedlungen vorkommen kann.
Für Wanderer sind beide Arten normalerweise kaum von Bedeutung, da sie Menschen ausweichen und häufig während der Dämmerung oder Nacht aktiv sind.
Kreuzotter in den Alpen
Unter den Reptilien ist besonders die Kreuzotter (Vipera berus) interessant. Sie gehört zu den heimischen Giftschlangen Österreichs und ist ausgesprochen kältetolerant.
Die Kreuzotter kann bis ins Hochgebirge vordringen. Der Österreichische Alpenverein nennt als Lebensräume unter anderem Waldlichtungen, Moore, Geröllhalden und Hochgebirgsmatten und beschreibt Vorkommen bis in Höhen von ungefähr 3.000 Metern.
Viele Kreuzottern besitzen ein dunkles Zickzackband auf dem Rücken. Dieses Muster ist jedoch nicht bei allen Tieren gleich deutlich sichtbar. Im Gebirge kommen auch vollständig oder nahezu vollständig schwarze Kreuzottern vor.
Ist die Kreuzotter für Wanderer gefährlich?
Die Kreuzotter ist giftig und ein Biss sollte medizinisch ernst genommen werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass Kreuzottern Wanderer gezielt angreifen. Eine Schlange versucht normalerweise, einer Konfrontation auszuweichen.
Ein erhöhtes Risiko entsteht vor allem dann, wenn ein Tier versehentlich angefasst, bedrängt oder aus nächster Nähe überrascht wird. Deshalb sollte man beispielsweise nicht blind unter Steine oder in Felsspalten greifen.
Nach einem möglichen Kreuzotterbiss
Ruhig bleiben und möglichst rasch medizinische Hilfe organisieren. Die Bissstelle nicht aufschneiden, aussaugen oder ausbrennen. Auch wenn die Beschwerden zunächst gering erscheinen, sollte ein möglicher Giftschlangenbiss ärztlich abgeklärt werden.
Diese vorsichtige Empfehlung entspricht auch den Hinweisen des Österreichischen Alpenvereins. Die Wirkung eines Bisses hängt unter anderem von Giftmenge, Bissstelle sowie Alter und Gesundheitszustand der betroffenen Person ab.
Mehr über Kreuzotter, Hornotter und die ungiftigen Arten gibt es in unserem ausführlichen Artikel über Schlangen in Österreich.
Alpensalamander
Der Alpensalamander (Salamandra atra) gehört zu den besonders charakteristischen Amphibien der Alpen. Sein meist vollständig schwarzer Körper macht ihn relativ leicht erkennbar.
Bemerkenswert ist seine Fortpflanzung. Im Gegensatz zu vielen anderen heimischen Amphibien benötigt der Alpensalamander kein Gewässer, in dem sich seine Larven entwickeln. Die Weibchen bringen fertig entwickelte Jungtiere zur Welt.
Der Österreichische Alpenverein nennt ihn ausdrücklich als einen der typischen Vertreter der alpinen Amphibien- und Reptilienfauna. Besonders nach Regen können Wanderer Alpensalamander auf Wegen entdecken.
Ist der Alpensalamander giftig?
Alpensalamander besitzen Hautsekrete, die der Abwehr von Fressfeinden dienen. Für Wanderer besteht deshalb trotzdem keine normale Gefahr.
Die Tiere sollten nicht angefasst werden. Das schützt nicht nur den Menschen vor unnötigem Kontakt mit Hautsekreten, sondern vor allem den empfindlichen Salamander selbst.
Nach einer zufälligen Berührung sollten die Hände gewaschen und Augen oder Mund vorher nicht berührt werden.
Grasfrosch und andere Amphibien im Gebirge
Auch der Grasfrosch steigt in Österreich erstaunlich weit ins Gebirge hinauf. Der Alpenverein führt ihn ebenso wie den Alpensalamander im alpinen Artenmonitoring.
Frösche und andere Amphibien sind besonders an feuchten Stellen, kleinen Bergseen, Tümpeln und langsam fließenden Gewässern zu finden.
Für Wanderer stellen sie keine Gefahr dar. Amphibien sollten allerdings nicht unnötig gefangen oder angefasst werden.
Welche Vögel leben noch in den Alpen?
Neben Steinadler, Bartgeier, Alpenschneehuhn und Alpendohle gibt es zahlreiche weitere Vogelarten im österreichischen Alpenraum. Welche Arten vorkommen, hängt stark von Höhenlage, Waldanteil und Landschaftsstruktur ab.
In Bergwäldern leben beispielsweise Spechte, Eulen und verschiedene Singvögel. Oberhalb der Waldgrenze verändert sich die Vogelwelt deutlich.
Birkhuhn
Das Birkhuhn lebt vor allem in Übergangsbereichen zwischen Bergwald und offener alpiner Landschaft. Besonders bekannt sind die Balzplätze der männlichen Tiere.
Für Wanderer ist Rücksicht besonders wichtig. Störungen können vor allem während der Balz und im Winter problematisch sein, da die Tiere dann unnötig Energie verbrauchen.
Auerhuhn
Das Auerhuhn ist stärker an strukturreiche Bergwälder gebunden. Männliche Tiere sind deutlich größer als Weibchen und gehören zu den größten Hühnervögeln Europas.
Auerhühner leben sehr zurückgezogen. Eine zufällige Beobachtung ist wesentlich seltener als beispielsweise eine Begegnung mit einer Alpendohle.
Auch hier gilt: Wildtiere sollten nicht für Fotos verfolgt werden, insbesondere nicht während der Brut- oder Balzzeit.
Schmetterlinge und Insekten der Alpen
Die Tierwelt der Alpen besteht natürlich nicht nur aus großen Säugetieren und Vögeln. Ein erheblicher Teil der Artenvielfalt entfällt auf Insekten und andere Wirbellose.
Der Österreichische Alpenverein berücksichtigt in seinem alpinen Artenmonitoring beispielsweise den Alpenapollo und die Alpenhummel. Auch die auffällige Eichblatt-Radspinne gehört zu den ausgewählten Arten.
Alpenapollo
Der Alpenapollo gehört zu den auffälligeren Schmetterlingen des Gebirges. Die hellen Flügel besitzen markante dunkle beziehungsweise rötliche Zeichnungen.
Wie viele hochalpine Arten ist er an spezielle Lebensräume und Pflanzen gebunden. Veränderungen dieser Lebensräume können deshalb erhebliche Auswirkungen auf lokale Bestände haben.
Alpenhummel
Auch Hummeln kommen bis in große Höhen vor. Die Alpenhummel ist an die klimatischen Bedingungen des Gebirges angepasst und gehört zu den eher wenig beachteten, aber ökologisch wichtigen Tieren der Alpen.
Fische in Bergseen und Gebirgsflüssen
Auch die Gewässer der Alpen besitzen eine interessante Tierwelt. Kalte Gebirgsbäche und Flüsse bieten Lebensraum für Fische, die gut mit niedrigen Temperaturen und hohem Sauerstoffgehalt zurechtkommen.
Besonders typisch sind Bachforelle, Seeforelle, Seesaibling und Äsche. In tiefen Alpenseen kommen außerdem Reinanken beziehungsweise Coregonen vor.
Welche Fischarten tatsächlich in einem bestimmten See leben, unterscheidet sich allerdings stark. Ein flacher und warmer See besitzt eine andere Fischgemeinschaft als ein tiefer, kalter Alpensee.
Eine ausführliche Übersicht gibt es in unserem Artikel Fische in Österreich: Arten in Seen und Flüssen.
Welche Tiere können Wanderer am häufigsten sehen?
Die spektakulärsten Tiere sind nicht unbedingt diejenigen, die Besucher am häufigsten beobachten. Wolf, Luchs oder Braunbär ziehen viel Aufmerksamkeit auf sich, sind während einer normalen Wanderung aber kaum zu sehen.
Je nach Region bestehen wesentlich bessere Chancen bei folgenden Arten:
- Gämse,
- Murmeltier,
- Alpendohle,
- Reh,
- Rothirsch,
- regional Alpensteinbock,
- mit etwas Glück Steinadler.
Der Nationalpark Hohe Tauern bietet beispielsweise geführte Wildtierbeobachtungen an und nennt Rotwild, Gämsen, Bartgeier und regional Steinböcke als mögliche Beobachtungsarten.
Wo kann man in Österreich besonders gut Wildtiere beobachten?
Große Nationalparks und andere Schutzgebiete bieten besonders gute Voraussetzungen. Dort gibt es größere zusammenhängende Lebensräume und zahlreiche Informationen über die lokale Tierwelt.
Nationalpark Hohe Tauern
Der Nationalpark Hohe Tauern ist eines der interessantesten Gebiete Österreichs für Tierbeobachtungen. Nach Angaben des Nationalparks leben dort mehr als 10.000 Tierarten.
Besonders bekannt sind Steinbock, Gämse, Murmeltier, Steinadler und Bartgeier.
Wer gezielt Tiere beobachten möchte, kann eine geführte Ranger-Tour in Betracht ziehen. Ortskundige Ranger kennen geeignete Beobachtungsgebiete und können gleichzeitig dafür sorgen, dass Wildtiere nicht unnötig gestört werden.
Nationalpark Gesäuse
Auch das Gesäuse in der Steiermark bietet mit seinen steilen Bergen, Wäldern und Flusslandschaften unterschiedliche Lebensräume. Besonders Gämsen gehören zu den charakteristischen größeren Tieren der Region.
Kalkalpen
Die großen Waldgebiete der nördlichen Kalkalpen sind vor allem für Waldarten interessant. Auch der Luchs spielt dort eine besondere Rolle.
Großglockner und Umgebung
Die Region rund um den Großglockner gehört zu den bekanntesten Gebieten für die Beobachtung von Steinböcken und Murmeltieren. Trotzdem handelt es sich auch dort um frei lebende Wildtiere und nicht um einen Wildpark.
Wann sieht man in den Alpen die meisten Tiere?
Die Tageszeit kann einen großen Unterschied machen. Viele größere Säugetiere sind besonders am frühen Morgen und gegen Abend aktiv.
Mittags sind viele Wanderwege stärker frequentiert. Gleichzeitig ziehen sich manche Wildtiere in ruhigere Bereiche zurück.
Andere Arten folgen einem völlig anderen Muster. Alpensalamander lassen sich beispielsweise eher bei feuchtem Wetter beobachten, während Murmeltiere tagsüber auf offenen Flächen aktiv sein können.
Welche Tiere sieht man im Winter?
Nicht alle Alpentiere ziehen sich im Winter zurück. Das Murmeltier hält einen langen Winterschlaf und ist dann praktisch nicht zu beobachten.
Steinbock, Gämse, Schneehase und Alpenschneehuhn bleiben dagegen aktiv. Sie besitzen unterschiedliche Anpassungen an Kälte, Schnee und knappes Nahrungsangebot. Der Alpenverein nennt beispielsweise besonders dichtes Fell beziehungsweise Gefieder und Fettreserven als wichtige Schutzmechanismen.
Für Wintersportler ist Rücksicht besonders wichtig. Ein Wildtier, das durch Skifahrer oder Schneeschuhwanderer zur Flucht gezwungen wird, verbraucht Energie, die im Winter nur schwer ersetzt werden kann.
Wie sollte man sich gegenüber Wildtieren verhalten?
Die wichtigste Regel ist einfach: Wildtiere beobachten, aber nicht bedrängen.
- Ausreichend Abstand halten.
- Tieren nicht für ein Foto hinterherlaufen.
- Keine Jungtiere anfassen.
- Wildtiere nicht füttern.
- Hunde kontrollieren und lokale Leinenregeln beachten.
- Brut- und Ruhegebiete respektieren.
- Auf markierten Wegen bleiben, wenn dies vor Ort verlangt wird.
- Keine Tiere aus ihrem Versteck holen.
Ein Fernglas ist für Tierbeobachtungen häufig sinnvoller als der Versuch, möglichst nahe heranzukommen.
Wildtiere und Hunde in den Alpen
Freilaufende Hunde können für Wildtiere ein Problem darstellen. Selbst ein Hund, der ein Tier nur aus Neugier verfolgt, kann Rehe, Gämsen oder andere Tiere zu einer energieaufwendigen Flucht zwingen.
Bei Begegnungen mit größeren Wildtieren ist die Kontrolle des Hundes auch für den Menschen wichtig.
Besonders bei einer seltenen Begegnung mit einem Wolf sollte ein Hund nicht zum Wildtier laufen. In Naturschutzgebieten und anderen Regionen können zusätzlich lokale Leinenpflichten gelten.
Welche Tiere in den österreichischen Alpen sind gefährlich?
Für Wanderer gibt es in den österreichischen Alpen nur wenige Tierarten, von denen unter normalen Umständen ein relevantes Risiko ausgeht.
Die Kreuzotter ist giftig, wobei Bisse selten sind und die Schlange normalerweise versucht, Menschen auszuweichen. Ein Biss sollte dennoch medizinisch abgeklärt werden.
Wölfe können Menschen grundsätzlich verletzen, problematische Begegnungen mit wildlebenden Wölfen sind jedoch selten.
Braunbären wären aufgrund ihrer Größe potenziell gefährlich. Eine Begegnung in Österreich ist allerdings ausgesprochen unwahrscheinlich, da derzeit keine residente Bärenpopulation existiert.
Auch große Huftiere wie Rothirsch oder Steinbock sollte man nicht bedrängen. Ein Wildtier muss nicht giftig oder ein Raubtier sein, um sich bei Bedrohung verteidigen zu können.
Für Wanderer wichtig
Die allermeisten Tierbegegnungen in den österreichischen Alpen sind ungefährlich. Abstand halten, Tiere nicht füttern oder bedrängen und Hunde kontrollieren – damit lassen sich die meisten problematischen Situationen vermeiden.
Welche Tiere leben oberhalb der Waldgrenze?
Oberhalb der Waldgrenze wird das Leben schwieriger. Temperaturen sind niedriger, der Wind ist stärker und die schneefreie Jahreszeit ist kurz.
Typische beziehungsweise regelmäßig dort anzutreffende Tiere sind unter anderem:
- Alpensteinbock,
- Gämse,
- Alpenmurmeltier,
- Alpenschneehuhn,
- Alpendohle,
- Steinadler,
- Bartgeier,
- regional Schneehase,
- verschiedene Insekten und Spinnen.
Nicht alle diese Tiere verbringen das gesamte Jahr ausschließlich oberhalb der Waldgrenze. Gämsen können beispielsweise im Winter tiefere Bereiche nutzen.
Welche Tiere leben im Bergwald?
In den Wäldern der Alpen sieht die Tierwelt deutlich anders aus. Dort leben unter anderem:
- Rothirsch,
- Reh,
- Rotfuchs,
- Dachs,
- Marder,
- Hermelin,
- Eichhörnchen,
- verschiedene Spechte und Eulen,
- regional Luchs,
- regional Wolf.
Damit bietet sich später auch ein eigenständiger Artikel „Tiere im Wald in Österreich“ an. Dieser könnte die Arten der Berg- und Tieflandwälder wesentlich ausführlicher behandeln.
Häufige Fragen zu Tieren in den Alpen
Welche Tiere sind typisch für die österreichischen Alpen?
Zu den bekanntesten gehören Alpensteinbock, Gämse, Murmeltier, Steinadler, Bartgeier, Alpendohle, Alpenschneehuhn und Alpensalamander.
Welche großen Tiere leben in Österreichs Bergen?
Zu den größeren regelmäßig vorkommenden Säugetieren gehören Rothirsch, Gämse und Steinbock. Regional kommen außerdem Wolf und Luchs vor. Braunbären können Österreich durchwandern, bilden derzeit jedoch keine dauerhaft ansässige Population.
Wo kann man in Österreich Murmeltiere sehen?
Besonders gute Chancen bestehen in geeigneten Hochgebirgsregionen mit alpinen Rasen und Almflächen. Die Hohen Tauern und die Großglocknerregion gehören zu den bekannten Gebieten.
Wo kann man Steinböcke beobachten?
Steinböcke kommen regional in verschiedenen österreichischen Alpenregionen vor. Besonders bekannt sind die Hohen Tauern und die Umgebung des Großglockners.
Gibt es Adler in den österreichischen Alpen?
Ja. Der Steinadler brütet in den österreichischen Alpen. Allein im Nationalpark Hohe Tauern werden rund 40 Brutpaare genannt.
Gibt es Geier in Österreich?
Ja. Besonders bekannt ist der Bartgeier, der nach seiner Ausrottung im Alpenraum erfolgreich wiederangesiedelt wurde. In geeigneten Regionen können außerdem andere Geier als Gäste beziehungsweise Durchzügler auftreten.
Gibt es giftige Schlangen in den Alpen?
Ja. Die Kreuzotter kommt in österreichischen Gebirgsregionen vor und ist giftig. Im äußersten Süden Österreichs gibt es außerdem die Hornotter, deren Verbreitungsgebiet jedoch wesentlich begrenzter ist. Mehr dazu steht im Artikel über Schlangen in Österreich.
Gibt es Bären in den österreichischen Alpen?
Einzelne Braunbären können nach Österreich einwandern. Eine dauerhaft ansässige Braunbärenpopulation gibt es derzeit jedoch nicht. Eine zufällige Begegnung ist deshalb sehr unwahrscheinlich.
Gibt es Wölfe in Österreichs Alpen?
Ja. Wölfe kommen auch im österreichischen Alpenraum vor. Sie sind allerdings nicht ausschließlich Hochgebirgstiere und können sehr unterschiedliche Lebensräume nutzen.
Gibt es Luchse in den Alpen?
Ja. Im österreichischen Alpenraum leben einzelne Luchse beziehungsweise kleinere Vorkommen. Die Tiere leben sehr heimlich und werden von Wanderern nur äußerst selten gesehen.
Welche Tiere kann man beim Wandern tatsächlich sehen?
Je nach Region sind Gämse, Murmeltier, Alpendohle und Reh relativ realistische Beobachtungen. Regional bestehen außerdem gute Chancen auf Steinböcke. Steinadler lassen sich mit etwas Glück beobachten. Wolf, Luchs und Braunbär sind dagegen keine typischen Wanderbegegnungen.
Darf man Wildtiere in den Alpen füttern?
Wildtiere sollten grundsätzlich nicht gefüttert werden. Das gilt auch für Murmeltiere und Alpendohlen, die an touristischen Orten teilweise erstaunlich wenig Scheu zeigen.
Sind Tiere in den Alpen für Kinder gefährlich?
Die meisten Tiere stellen für Kinder keine besondere Gefahr dar. Kinder sollten allerdings lernen, Wildtiere nicht anzufassen, zu verfolgen oder zu füttern. Bei Schlangen ist grundsätzlich Abstand sinnvoll.
Weitere Artikel über Tiere in Österreich
Wer sich für die österreichische Tierwelt interessiert, findet auf unserer Seite weitere ausführliche Übersichten:
- Fische in Österreich: Arten in Seen und Flüssen
- Schlangen in Österreich: Arten, Vorkommen und Gefahr
- Skorpione in Österreich: Arten, Vorkommen und Gefahr
- Wölfe in Österreich: Wo gibt es sie und sind sie gefährlich?
- Bären in Österreich: Wo gibt es sie und sind sie gefährlich?
Fazit: Die Tierwelt der österreichischen Alpen ist überraschend vielfältig
Die österreichischen Alpen bieten Lebensraum für eine ungewöhnlich große Bandbreite an Tieren. Besonders charakteristisch sind Alpensteinbock, Gämse, Alpenmurmeltier, Steinadler und Bartgeier.
Daneben leben zahlreiche weniger auffällige Arten in den Bergen: Alpenschneehuhn, Alpendohle, Alpensalamander, Schneehase, Hermelin, Kreuzotter sowie viele kleinere Vögel, Amphibien und Insekten.
Welche Tiere Besucher tatsächlich sehen, hängt stark von Region, Höhenlage, Jahreszeit, Wetter und Tageszeit ab. Gämsen und Murmeltiere gehören in geeigneten Gebieten zu den realistischsten Beobachtungen. Für einen Luchs, Wolf oder gar Braunbären braucht es dagegen außergewöhnliches Glück.
Für Wanderer ist die Tierwelt normalerweise kein Sicherheitsproblem. Wer ausreichend Abstand hält, Tiere nicht füttert oder verfolgt und Hunde kontrolliert, kann die Tierwelt der Alpen ohne besondere Sorge erleben.